141
„Seid ja recht für mein gutes Pferd besorgt," sagte derEdelmann, als er einem Diener den Zaum in die Hand gab.Zugleich wurde er dadurch eines Theils seiner weiblichen Be-gleiterinnen los, die jetzt das Pferd zu streicheln und nichtminder zu loben begannen» als kurz zuvor den Reiter; jaeinige konnten sich im Taumel der Freude kaum enthalten,die Steigbügel und das Sattelzeug des Pferdes zu küssen.
Allein Frau Gillian ließ sich nicht so kurz abfertigen, wiemehrere ihrer Gefährtinnen. Sie wiederholte das WortTauchschemel so lange, bis sie der Flamänder nicht mehrhören konnte, dann wurde sie specifischer in ihren Vorwürfen.— „Und weßhalb den Tauchschemel, Herr Wilkin Butterfüß-chcn? Sprich, ich bitte dich. — Wahrhaftig, Ihr seid mir derMann dazu, der einen englischen Mund mit einer flamändi-schen Damastservictte stopfen kann. EU Ei! seht mir docheinmal meinen Herrn, Vetter, den Weber! Und weßhalb denTauchschemel, ich bitte dich, sprich! — etwa weil meine jungeLady schön, und der junge Ritter ein Mann ist, der Muthim Leibe hat, seinen Bart in Ehren gelassen, der erst uochkommen muß. Haben wir nicht Augen, um zu sehen, habenwir nicht einen Mund und eine Zunge?"
„In der That, Dame Gillian," sagte Evelinens Amme,die zufällig neben ihr stand, „diejenigen thun Euch unrecht,die daran zweifeln, allein ich bitte Euch, höret jetzt auf, wärees auch nur der weiblichen Sittsamkeit zu Ehren."
„Wie? meine sittsame Jungfer Margery?" entgeguete dieunverbesserliche Gillian; „steht Euch der Kamm so hoch, weilIhr Eure junge Lady vor 15 Jahren auf den Knieeu ge-schaukelt habt. Laßt mich Euch sagen, daß die Katze den Wegzum Rahm findet, und wäre sie selbst auf dem Schooße einerAebtissin auferzogen worden."