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delte sich in lange und tiefe Seufzer, und minder stürmischund heftig entflohen die obwohl noch heißen Thränen ihrenAugen. Ihre zärtliche Begleiterin benützte diese sansternSymtome und versuchte es, ihrer Gebieterin den Speer sanftaus der Hand zu winden. „Laßt mich ein Weilchen Schild-wache sein, meine theure Lady," sagte sie, „ich will wenig-stens lauter schreien, als Ihr, wenn wo Gefahr drohen sollte."Während sie so sprach, wagte sie es, ihre Wange zu küssenund ihre Arme um ihren Nacken zu schlingen; allein einestumme Liebkosung, die EvelinenS Dankbarkeit für die wohl-wollende Bestrebung des treuen Mädchens, sie wo möglichzu beruhigen, ausdrückte, war die einzige Antwort, die sie er-hielt. Lange verharrten sie noch schweigend in derselbenStellung — Eveline der geraden und schlanken Pappel —die ihre Gebieterin mit ihren Armen umschlingende Rosa derWaldweide gleich, welche sich um die Pappel rankt. Endlichschrak die in Rosa's Armen liegende Eveline plötzlich auf,und sie hart am Arme fassend, flüsterte sie ihr die Worte zu:„Hörst du nichts?"
„Nein, — Nichts, als das Heulen der Eule," antwortetedie furchtsame Rosa.
„Ich hörte einen fernen Klang, ich meinte ihn wenigstenszu hören. — Horch! horch! es kömmt wieder — fleh von denZinnen hinab, Rosa; ich will indessen den Priester und deinenVater aufwecken."
„Theuerste Lady," sagte Rosa, „ich wage es nicht — waskann wohl dieser Klang sein, der nur von einem einzigenMenschen vernommen worden ist?" —
„Das Rauschen des Flusses bat dich getäuscht."
„Ich möchte die Burg nicht unnöthigerweise in Bestürzungsetzen," sagte Eveline, ein wenig inne hallend und dann wie-
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