Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
436
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geistlose Priester, die mit in der Kirche sind, Data bilden,Nrtheile cinbringen; rede Du mit Christus und lasse ihn zuDir reden; bitte zu ihm, huldige, gelobe, vertraue ihm, undDu kannst unmöglich leer ansgehen, Du wirst sogar gewinnen.Versuche es und sei treu! Nimm den Christen mit in die Kircheund lasse den Kunstrichter daheim.

Deine theosophischen Betrachtungen nach I. B. und S. M-sind schön, sind christlich, lassen sich wenigstens nach der Ideedes apostolischen Christenthums dolmetschen.

Zu einer solchen Unterwürfigkeit, die alle Gebräuche, alleAndachten, ohne Überzeugtsein von ihrer innern Würde, mit-niachte, würde ich Dir, wenn Du Dich auch dazu anschickenkönntest, am allerwenigsten rathen; denn Dein Wahrheitsgefühlkönnte heute oder morgen erwachend, Dich ans das andere Extrem,lichtlose Verwerfung des Ganzen, hinansschleudern.

Daß Du Dich itzt noch zu einem öffentlichen Berufslebenvorbereitest, ist für Dich von mehr als einer Seite sehr wichtig,denn, um nur Eines zu neunen, Deine Reizbarkeit bedarf garsehr eines solchen Bleigewichts, das Deine Schnellkräftigkeit innehält, und dann ist, nach vollendetem Tagewerk, ohne allesandere Vergnügen, der bloße Feierabend schon süß, ein solchesAbendstündchen Goldes werth.

Könnte Dein eheliches Verhältniß für Dein Herz so geebnetwerden, wie für Dein Gewissen, so wäre für die Zukunft undDein ganzes übriges Leben viel gethan, gar Vieles erleichtert. >

Was die Verehrung der Heiligen u. s. w. betrifft, sowerden sich dafür solche Anschauungen ergeben, die DeinemGeiste und Deinem Gemüthe gleich wohl thun, und derAnbetung Gottes im Geiste und in der Wahrheit nichts abtrageu,sondern nur einen anderen Ausdruck derselben Wahrheit in derHuldigung, sie möge Gott in Gott, oder Gott in seinen Kinderndie Ehre geben, finden lassen.