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2 (1855) (1855)
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dem Fleiße meines seligen Vaters, den ich leider so oft betrübthabe, hinterlassen, und durch Treue und Mitleid meiner liebenBrüder so treu verwaltet worden, auf eine Gott gefällige undden Menschen wohlthätige Weise so anzulegeu, daß es den liebenEltern und Geschwistern, und auch mir armen Menschen, Früchteund Ergnickung bringe, wenn wir im Garten der Genugthuungwohnen. Der Bruder Georg, der mich immer mit nie verdienterGüte behandelt, hat mir in seiner Anzeige Eures Zurücktrittsaugeboten, so mir ein großer Gefallen damit geschehe, so langer im Stande sei, mir mein Vermögen ferner zu verwalten.Ein Anerbieten, das mich in meiner Bedrängniß ungemeingerührt hat; ich werde ihm in diesen Tagen dankbar antworten.Dich aber flehe ich noch um Deinen Rath, um Deine Fürsprachean, schreibe mir doch, oder lasse mir durch den lieben treuenNeuß schreiben, was Du mir als mein mir von Gott beschiedenerPflegevater zu thun rächest. Ich weiß so ganz und gar nichtsvon allen Verhältnissen. Du warst mir bis jetzt von Jugendauf, nach einem aus der frühesten Jugend vererbten Gefühl, derVater, die Familie, das Hab und Gut, Du warst mir derSchatz und das fruchtbringende Heiligthum der Familie. Wirwaren Dir übergeben, der Segen des Vaters und der Mutterruhte auf Dir und ist durch Dich insofern an uns Allen fruchtbargeworden, als wir der Gnade Gottes nicht widerstrebten. Nunaber, da Du Dich in Dein Kämmerlein zurückziehst, ist mirAlles todt und leer, und ich fühle mich zum ersten Male wirklichverwaist. Und doch ist dieses eigentlich nicht so, denn BruderGeorg, der mir nie Anderes als brüderliche Liebe und Treueerwiesen, bietet mir Armen, Hinfälligen noch immer mit gleicherLiebe die Hand. O, Gott segne ihn dafür und auch Dich, denner wird gerne mit mir gestehen, daß er nur Deinem Mitleben,Beispiel, Erbauung, Stütze und Trost verdankt; aber doch binich erschüttert' und fehlt mir das Theuerste mit Dir. Ich Armer