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An Herrn Professor Haneberg.
Mönchen den LZ. September ö8Ä0.
Hochwürdiger Herr! Barmherzigster Freund!
Ich habe, seit Sie in Starenberg geschieden, nicht auf-gehört, in innerer Noth und Trauer zu leben. Ich habe vielzu Gott geschrien, barmherzige Menschen, und auch Sie habenfür mich gebetet, die arme, wvhlthätige Frau Sendtner hat wieeine Schwester an mir gehandelt, und thut es noch: — ich aberbin so eigenthümlich arm und hilflos, daß ich nicht einmal weiß,ob ich dankbar bin. Ich weiß nur, daß ich leide und mir nichthelfen kann, Md Sie um Hilfe anflehe, alle äußerlichen Mittelzur Hilfe besitze ich, sie stehen Ihnen zu Dienst, so Sie sichmein erbarmen können. Sie können Ihren Wunsch, armenKnaben, welche studiren, Anleitung und Aufsicht zu geben, gleichin Erfüllung bringen und zwar mit Ihrem bisherigen Pfleglingund dem kleinen Sendtner beginnen. Alles hat sich ganz absichts-los von meiner Seite so gefügt, daß ich drei geräumige Stubenleer stehen habe; was Sie nöthig finden, werde ich Alles thunund veranstalten. — Ach, hochwürdiger Freund! und es hängtgewissermaßen alle meine Freude und die Möglichkeit, meineAufgabe zu lösen, davon ab, daß Sie in meiner Nähe sind.Frau Sendtner kam nach dringendem Gebet auf den Gedankenan Sie zu schreiben, ich wagte nicht, an so Etwas zu denken.Gott segne ihre Bitte an Sie. — Ich auch bitte an der Schwelle:erbarmen Sie sich meiner, Gott wird es Ihnen vergelten. —Ich darf nicht mehr hierüber schreiben, Sie könnten sonst mitRecht irre an mir werden, und mich für tief melancholischhalten; aber so ist es nicht, ich fühle mich nur höchst verlassenund muthlos- — Sie können mir helfen und es wird Alles gut