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Auf mehreren Kirchhöfen sind wir vor zwanzig Jahrenzusammen gewesen, Du führst mich wieder ans Grab meiner
lieben Frau Tante! Gott tröste sie! — Der gute L.hat
ein einsames Ende. Der edle, unglückliche, tugendhafte Mannist auch in dem unglückseligen Scheinland um den Glaubenseiner Väter gekommen, und meint vielleicht in aller Unschuldwas Wunders ausgetauscht zu haben. Er war all sein Lebtagtugendhaft, fleißig nud sittenrein, schied in Loth's Diensten vonAbraham, und nachdem er den Kirchenglauben verfreimauerthatte, gab man ihm die Bibel, wie einem Hungrigen einKochbuch, ohne Speisekammer und Küche und Feuer n. s. w.Wie einem Kranken ein Recept ohne Apotheke u. s. w. — —
Mein guter Oheim, was hat er eingetauscht? Er hatteeine Bibel, darin hieß es und geschah es: „Abraham zeugteIsaak, Isaak zeugte Jacob, Jacob zeugte Juda u. s. w." —Jetzt hat er eine Bibel, darin steht dasselbe, aber geschiehtnicht, denn da ist: Abraham schreibt Isaak, Isaak schreibtJacob u. s. w. Er hat die Arme der Braut verlassen, und
statt ihrer das Dintenfaß umarmt — O L.! — leider ist
ein Tintenklecks schwerer auszutilgcn als ein Kuß, und doch istes süßer katholisch zu sein, und darum schreibe ich Dir nicht sogern, als — — Sieh! so bin ich Armseliger, wie darf, wiekann ich Dir dann schreiben? Soll ich etwa schreiben: „TheureFreundin! sein Sie fest überzeugt, wenn es Ihnen einen Flie-genpunkt von Trost unter den Mückenschwarm Ihrer Leidenbringen kann, daß ich leider nicht zweifeln darf, wie Sie nochimmer einiges Kopfweh und Augenleiden bis zur Blindheit,besonders kurz vor dem Einschlafen Nachts über dem Brief-schreiben haben dürften."
O, Anmuthskitzlein und Kätzlein (Frau Phillips ist derAnmuthshammel), merkst Du, daß das Schreiben schwer ist für