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2 (1855) (1855)
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Ich theile auch den mäßigen Tisch dieser patriarchalischtugendhaften und mit allen Armen theilenden Leute, welche dochauch selbst arm sind, aber reich an allgemeiner Achtung und anWohlgefälligkeit vor den Augen Gottes.

Einen treuen Herzensfreund habe ich a n Görres. der hierin allgemeiner Verehrung steht, und wie von je eine liebevolleGastfreiheit und Milde ausübt, die nur bei Herrn Diez inKoblenz ähnlich zu finden ist. Alle legitim und katholisch gesinnteMänner besuchen sein Haus und sind im wahren Worte Haus-freunde, und lebte er nicht hier, so wäre München für vieleMenschen ein gewöhnlicher Ort. Ein halb Dutzend sehr geist-reicher und katholisch gesinnter Franzosen von Stand, aus demKreise Lamennais, von vier und zwanzig bis dreißig Jahren,besuchen sein Haus, und sein Abendtisch hat immer für EinigePlatz.

Sein Sohn Guido kam vorgestern von einer Fußreise durchThrol nach Venedig zurück, wo Fritz Windischmann schon früherwar und sich mit der armenischen Sprache bei den dort lebendenMechitaristen beschäftigte. Es sind dieselben, welche in Wien einKloster haben. Fritz kann die Frömmigkeit und Gelehrsamkeit dieserMänner nicht genug rühmen, er wird nächsten Sommer hier alsvr. der Theologie Promoviren und dann nach Rom gehen, umdort Priester zu werden. Die beiden gottesfürchtigen Jünglingesprachen im Ganzen mit Achtung von den Überresten der altenfrommen Volkssitten in Throl und mit großer Betrübniß vondem sehr verbreiteten gemeinsten Carbonarismus in der Lom-bardei, vor Allem aber mit Ärger von dem frechen, sittenlosenGeschwätze mancher dortigen deutschen Offiziere und Beamtenin Wirthshäusern, wo der Sauerteig der Josephinischen Auf-klärerei überall noch hervorbricht und jeder religiöse Gegenstandmit dem Gemeinplatz Pfaffismns begrüßt wird.

In Verona kommt endlich ein Jesuitencolleg zu Stande,

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