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wird in Häusern und Kirchen gebetet, Volk und Kinder werfenvorübergehend den Heiligenbildern Kußhände zu, oder küssen dieHände und berühren die erreichbaren Bilder und Kreuze damit,was selbst von unmündigen Kindern geschehend oft sehr rührendist. Fast in allen Kirchen Münchens folgt sich das heilige Meß-opfer von fünf Uhr Morgens bis halb zwölf Uhr Mittags voneiner halben Stunde zu einer halben Stunde ununterbrochen.Zn der Herzogsspitalkirche bei dem Kloster der Servitinnen istdie stete Anbetung des heiligen Sakraments; bis in die Nachtist die Kirche offen, beleuchtet und voll Menschen. Der Unter-richt der weiblichen Jugend ist, wo noch Gebäude und kleinerFond, in den Händen von Salesianerinnen, Ursulinerinnen,Clarissen und Dominikanerinnen.
Leider fehlt es hie und da an bedeutenderen Lehrerinnenin diesen Klöstern, und man bemüht sich sehr um dieselben.
Der liebe, alte, fromme, verständige, Alles für Gott opferndeBischof Riccabosa von Passau möchte gar gern eine Mädchen-schule oder Pensionat für höhere Stände anlegen, das einengeistlich katholischen Charakter hätte; es fehlen ihm die Subjecteoder ein Subject, um es einzuleiten. Der größte Theil derBischöfe ist trefflich.
Hier und in Landshut sind in drei Wochen bloß durchLankensperger und einen Priester Baumer an zweihundert Exem-plare meines Buchs vom Kittern Leiden verkauft worden. —
Es ist mir, was man nicht glauben sollte, schwer geworden,an irgend Jemand zu schreiben; Du wirst es an diesem Briefemerken. Es geht mir mit allen Briefen so. Es gibt nur eingründliches Verhältniß im Leben, die Liebe, zu Gott oder demanderen Geschlecht. An Gott schreibt man nicht, und an dasandere Geschlecht ist es nicht schicklich, nicht heilsam, nicht gesund,nicht recht wahr u. s. w. Man könnte sich zwar in gegenseitiger