daraus wie edele Geister sich der katholischen Kirche freudig
rühmen. Es rührt mich, daß Du sein Buch liest, obschon es
Dir hie und da nicht ganz planmäßig erscheinen wird, unddennoch ist es weit graziöser und weniger schulfuchsig geschrieben,als die meisten neuen, tieferen, theologischen, untersuchendenSchriften. Herbst ist unter meist philosophischen Studien erwachsen,und er mußte seine ehemaligen Genossen und Lehrer bei seinerSchrift im Auge haben. Aber das Herz schaut alle Augenblicke
heraus, und wenn Du liegen läßt, was Dir nicht ganz klar
wird, wirst Du auf Vieles stoßen, was Dich erquickt und erbaut.
Er ist einer der höheren, ganz wahrhaften Geister, welcheGott der Kirche zur Hilfe gesendet, denn sie bedarf Hilfe ausden höheren Ständen des Geistes. Es ist gut, daß er inMünchen bleiben kann; er ist vielen seiner protestantischenFreunde ein Beispiel und ein Wink. Niemand war so unver-schämt sich ganz von ihm zu wenden, nur die protestantischen
Professors- und Pfarrersweiber und Töchter beklagten, daß erdas edle Gattenglück nicht genießen dürfe und wenigstens alle
Jahre einmal seine Sünden bekennen müsse.
Eine neuere theologische Schrift von der größten Bedeutung,die kaum erschienen, jetzt schon neu aufgelegt und auch in's
Lateinische für das Ausland übersetzt wird, ist des ProfessorsMöhler Symbolik, Mainz bei Kupferberg, in welcher dieJnconsequenz und der innere Widerspruch der Glaubensurkundenaller akatholischen Secten aus ihren ersten Quellen, ohne allePolemik, durch gewissenhaftes Abdrucken ihrer feierlichen Bekennt-nisse, mit großer Gelehrsamkeit und Klarheit »ck Iwminemdargelegt wird. Herbst hat das Buch öfter citirt. Von solchenWerken wird öffentlich nicht viel gesprochen, aber sie werdendoch von den rechten Leuten gelesen, da das Buch schon nachsechs Monaten vergriffen ist. Sie wirken auch auf die denkendeKlasse, und führen neues, gutes Wasser an die Wurzeln.