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2 (1855) (1855)
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I

Wie schön aber erscheint uns das Herz der Wahrhaften undEinfältigen, welche selbst das vergebliche, obenhin gesprocheneWort einer guten Art, ohne zu zweifeln, redlich aufnehinen, undeine gute, volle Ähre erwachsen lassen aus dem wie Spreuausgestrcuten, ohne Begierde zur Ernte hingeworfenen Waizen-korn. Ihren Acker wird der Herr segnen, denn sie erwerbender Armuth einen Schatz, indem sie die Sünde des Verschwen-ders tilgen.

Wie weise und treue Haushalter und edle, wohlthätigeGäste und Gastgeber erscheinen uns Jene, welche die vergeu-dete, vergebliche Rede einer Gesellschaft entweder mit frommerWeisheit in eine fruchtbare Saat hinzuwenden wissen, oder wosie es nicht vermögen, durch Schweigen und stilles Gebetunschädlich zu machen suchen.

Es gibt noch eine andere Art vergeblicher Worte, sie sindim Munde des ungeschickten, unweisen, menschlichen Eigen-willens, der nie ganz gut sein kann, so lange er Eigenwille ist;denn ^as,Ligenthümliche ist vag Böse, das Gottesthümlicheaber ist das Gute am Menschen; der, dem wir folgen sollen,hat Alles zu geben, sich Selbst gegeben bis ans Ende der Tage,für Sich aber hat er nichts genommen, als den Willen seinesVaters und das Kreuz und die Sünde der Welt.

Jene vergeblichen Worte, die ich meine, sind gute Worte,welche aber von Menschen gebraucht werden, welche das innereWesen der Worte nicht verstehen und sich nur einen großenVorrath guter, frommer Redensarten angeschafft haben, welchesie Anderen so auf den Pelz gießen, daß sie dieselben eherungeduldig oder gelangweilt, als besser machen. Sie gleichenfaulen oder thörichten Säemännern, welche so dick säen, daßAlles erstickt, oder in den Wind säen, oder das Feld so über-düngen, daß Alles ins Kraut oder Stroh schießt oder dasMehl säen und das Korn backen wollen. Sie gleichen Menschen,