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2 (1855) (1855)
Entstehung
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Dann bin ich ein paar Wochen mit Diez und Christian,Windischmann und Burchard in Wiesbaden gewesen. Christianhat einige Linderung seiner Gichtschmerzen dort gefunden und sichin der Freundschaft des dorthin geflüchteten Bischofs von Nancyerfreut. Er ist seit vier Wochen jetzt zu Besuch in Speyer,wo der Bischof, sein ehemaliger Professor an der FrankfurterStadtschule. Herr Räß ist Director des großen Seminars inStraßburg in diesen Tagen geworden.

Hier habe ich jetzt einen ganz herzlichen, vertrauten undgenügenden Umgang, wie niemals noch in dieser Stadt, anPhilipp Veit, der von Rom als Director des Stadel'schenInstituts hieher gekommen ist, mit Weib und Schwägerin undfünf Kindern, recht gute, einfache, sinnvolle Leute. Frauvon Schlegel, seine Mutter, vor ihm von Wien gekommen,wohnt bei ihm, eine gemüthliche, kluge, angenehm altgewordene,fromme Jugcndbekannte von mir. Ich habe bei ihr neulichBriefe von Dorothea Deck gelesen, sehr fromm, einfach bis zumNaiven, klug ohne alles Arg, und höchst eigenthümlich in allerUnschuld des Herzens. Sie jammert sehr über die geneckte Lageder Katholiken dort im Land. Ich wünschte dem guten Kindeeine Freundin wie A. in nächster Nähe.

Gretchen Verflassen hat mir auch auf meinen Namenstagvon Metz geschrieben, wohin sie bei Auflösung des Sscrö coeurin Paris in dasselbe Ordenshaus geflüchtet worden. OttilieDiez ist noch dort und Louise Maas als Ordensschwester. Frauvon Barat, die Oberin, ist mit den Ihrigen von Paris nachChambery (Savoyen) geflüchtet.

Die auf meine Veranlassung übersetzten Parabeln des PaterBonaventura Giraudot wirst Du nächstens durch A. erhalten.Frau von Schlegel und Veit lassen Dich grüßen.

Fräulein Wynen ist den Boppardern von unendlichem