Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
249
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sung höherer Art, nämlich nach dem Ritus der triumphirendenKirche, sein, wie diesen die geistliche Kunst auf Erden auffasset.Vorstellungen wie Christi Geburt, drei Könige, Lasset dieKindlein zu mir kommen! u. s. w. gehören zu der eleganten,weichlichen Gattung, und der geringste süßliche, mißlungene Zugmacht sie zu höchst mittelmäßigen Bildern, welche die Kostennicht werth sind; übrigens machen sie höchst selten einen frommen,Gebet-anregenden Eindruck, höchstens einen anmuthigen, roman-tischen, weltlichen. Das Abendmahl ist der vielen Figuren wegenin dem Raum eines Titelbildes schwierig und ungeschickt, undwäre es auch von Raphael selbst; nach meinem Gefühl ist dasLeonardo da Vincische zwar eine schöne lange Tafelscene, aberdurch die gesuchte dramatische Bewegung keineswegs fromm undtiefsinnig, oder betend; um einen Grad geringer wäre es schonschlecht, ja es wäre dieses schon, wenn es ein besseres gäbe.

Die Sendung des heiligen Geistes leidet an denselbenSchwierigkeiten, es wird immer ein Haufe in die Höhe schauenderalter Männer, auf welche Flämmchen herabregnen. Ich gebenach meiner innersten Überzeugung für die drei Bände einesgroßartigen katholischen Gebetbuches drei Bilder an, nach deraltchristlichen Composition großer, tiefsinniger Künstler.

Erstens die herrlichste, rührendste, bedeutendste CompositionDürer's: Der gekreuzigte Christus im Schooße Gott Vatersruhend, von priesterlichen Engeln festlich adorirt.

Zweitens die Krönung Mariä auf einem himmlischen Throne,nach Martin Schön, oder einer ähnlichen Composition.

Drittens das jüngste Gericht durch einen Engel, Michael Sailcr's Patron mit der Wage Seelen wägend, oderdie Auferstehung, oder die Höllenfahrt, Befreiung aus demFegefeuer; jedoch scheint mir Michael das meist künstlerische fürden Raum.

Die Maler müßten aufgefordert werden die Dürer'sche