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An Melchior von Diepenbrock in Negenslmrg.
Kmikfurt o. W. den 17. Juli 1839.
Lieber Melchior!
Ich danke Dir für Deinen liebevollen Brief. Warum ichlängere Zeit nicht schrieb? Leider, weil ich Nichts wußte, unddieses ist noch der Fall. Ich sitze in Frankfurt, corrigire denDruck der barmherzigen Schwestern und einige Manuscripte vonHertling's, und gehe Abends mit Passavant, Steingaß, Christianund Böhmer in irgend eine Dorfkneipe, ohne besondere Ausbeutefür die Seele u. s. w. — — — — — — — —
Du siehst hieraus, daß hiebei keine Belustigung im Schreibenstattfinden kann. Deine Nachricht von der Bischofsweihe Witt-mann's ist rührend; an der Krankheit und Genesung des VaterSailer's haben wir herzlich Theil genommen. Passavant theiltemir Deinen letzten Bericht mit. Proske *) scheint von Gotthiezu bestimmt, das hebt das Befremden über seine Vocationauf. Möge Carlsbad Segen bringen, Sailer und Dir.
Ich bin begierig, wie der fromme Wittmann seinem Hirten-amt entsprechen wird; es gehört heutzutage eine große Energieund Gnade zu diesem Amte.
Die Ernennung des Weihbischofs Burck von Carlsruhe zumBischof von Mainz macht den Wissenden dort keine große Freude.Darmstadt hat eine eigne Commission wegen ihm nach Romgesendet. Baden soll auch viel dazu gearbeitet haben. Räßsost, nebst zwei Anderen, von Rom vorgeschlagen gewesen sein.Wie ich höre, soll Weis Domprobst in Speyer werden.
') Ein schlesischer Arzt, der Katholisch und Priester geworden, »nd durch welchenSailer geheilt wurde.