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2 (1855) (1855)
Entstehung
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244
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2LÄ

und Flüstern vernahm, ergriff er das reumüthige Ärgerniß beimMühlsteinkragen, und warf es von der Kanzel mitten in dieKirche unter die Schüler und das Volk; ach, es war demSchinder nicht entlaufen! Die Armselige hatte Ärgerniß gegebenaus sogenanntem Nachahmungstrieb; sie hatte es aber herzlichgebüßt, und war des besten Willens; jetzt aber mußte sieÄrgerniß geben wider Willen, indem sie kopfüber von der Kanzelflog, und, o Jammer! auch Ärgerniß nehmen mußte, daß siedie lieben Schutzengel lange harrend auf Lob und Dank mitleeren Händen am Altäre stehen sah, daß sie die Knaben lachenund das Volk sich schadenfroh bewegen sah. Die Schutzengeleilten auf die Knaben zu, um ihnen ihre Communionandacht,die durch das herabstürzende Ärgerniß auseinandergcstäubt war,ein bischen zusammen zu lesen; aber die Trutzengel, welche sichaufs Fallen und Gefallene besser verstehen, waren ihnen zuvor-gekommen, und in manchem Knabenkopfe waren die Worte:Auf sie! Sie ist dem Schinder entlaufen! schon zu einem Vorsatzfür die erste Gelegenheit geworden. Alle griffen schon im Geistenach Dem, was auf Erden so nahe liegt, daß es im bösenNothfall selbst auf der Kanzel zn finden ist.

Wie ist es aber dem armen Ärgerniß, dem Frauenzimmermit nacktem Rücken, gegangen? Hat es wohl gar mit demMühlstein den Hals auf dem harten Kirchenpflaster, das keinAbgrund des Meeres ist, zerbrochen? Leider nicht. Nur derMühlstein hat sich in so viele dünne Mühlsteine gespalten undum die Hälse der Anwesenden gelegt, als viele derselben Ärgernißgenommen und gegeben u. s. w.