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An Iran Hirn.
Liilileiy den 5. Immr 1828.
Werthe Freundin in Jesu Christo!
Sie werden meine späte Beantwortung Ihrer wohlwol-lenden Wünsche entschuldigen. Es hatten sich mehrere Briefebei mir gehäuft. Von ganzem Herzen wünsche ich Ihnen undden Ihrigen Segen und Frieden des Himmels, den die Erdenicht geben kann, und so auch Ihrer getreuen Sophie.
Mein Bruder Christian wollte im Herbst Deutschlandbesuchen, er hatte schon seinen Platz auf der Post gemiethet, alsihn eine plötzliche, schwere Krankheit mehrere Wochen an seinLager fesselte. Genesen durfte er bei vorgerückter Jahreszeitdie Reise nicht mehr wagen, und gedenket nun das Frühjahrabzuwarten. Er wird ohne Zweifel an den Rhein kommen, unddann auch Sie freundschaftlich begrüßen.
Herr und Frau Diez danken für Ihr freundliches Andenkenund erwiedern Ihre christlichen Wünsche von Herzen, so auchFräulein Doll, deren Anstalt in recht religiöser Verfassunggedeiht. Es ist jetzt auch die Tochter der Gräfin Kerssenbrock,die Enkelin der Frau Gräfin Stolberg, dort; die Mutterbrachte sie selbst hieher. Sonst dürfen Sie immer für die guteFräulein Doll beten, denn ihre helfende Schwester ist sehr krankund ihre Familie ist an demselben Abgrund, über welchen GottSie bereits hinüber geführt hat.
Unser Hospital gedeiht zusehends, Jedermann erfreut sichan den vortrefflichen, fleißigen Klosterfrauen, Zutrauen und Liebewächst bei den Bürgern, und vor einigen Wochen hat erst eineverstorbene Schullehrerin aus der alten, frommen Zeit all ihrin sechzig Schuljahren erspartes Vermögen, an zehntausendThaler, dem Hospital vermacht.