ISO
er unschätzbar, da er einem großen Theil der neuen wissenschaft-lichen Bildung gewachsen ist. Er hat auch ein modernes Sprach-talent. Ich habe ihn in Bonn kennen gelernt, wo er zu Besuchwar bei Mitconvertiten, die dort augenblicklich leben, vr. Möller,Assessor Bnrchard und Sehdel. Sailer hat sie alle kennengelernt und sehr lieb gewonnen. Wenn Du Ostern, wo Pre-wink Priester wird, nach Deutschland kommst, wollen wir ihngleich aufsuchen, er ist eine Art katholischer Bang, nur nochvielseitiger. Es wäre sehr nöthig, daß er an den rechten Platzkäme, denn er meint aus Demuth sich in einen Winkel vonPolen zu vergraben.
Im Augenblick kommt Diez vom Erzbischof von Köln, GrafSpiegel, zurück, der von der Weihe des Erzbischofs von Frei-burg, Voll, zurückreisend, hier ist, und erzählt mir Einiges, wasDich iuteressiren könnte. Spiegel benimmt sich auf seinemStandpunkte sehr gut, er hat eine große Thätigkeit und einenfesten, ernsten Geschäftswillen, er ist Nichts weniger als lau undnachgiebig, und die Preußen sind mit ihm in ihrer Erwartungangeführt. Er erzählte über Baden, wo von der Regierung dieerzbischöfliche Weihe in Freiburg mit einer in neuerer Zeitunerhörten Festlichkeit vollzogen worden, — in Gegenwart desGroßherzogs, mit Kanonensalven, Illumination u. s. w., — esherrsche dort von Seiten des Großherzogs der beste Wille, erhabe ihm gesagt: „Sieben Zehntel meiner Unterthanen sindkatholisch, ich wäll Alles thun zu ihrer religiösen Befriedigung,es ist kein Heil zu erwarten, als wenn die Kirche wieder in dieHöhe kommt." Spiegel war dort sehr zufrieden mit den Aus-sichten.
Von Berlin sagt er, es gehe dort Alles auf's Elendeste,nur durch seine Persönlichkeit vermöge er noch irgend Etwas zuerreichen. — Es herrscht dort auch wirklich beinahe ein Geistder Verfolgung, und die Demagogen sind indirect durch ihr