Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
92
Einzelbild herunterladen
 

S2

und Blutes, mit allen lebendigen Gliedern der Kirche einLeib, der Brautleib seiner Kirche werden zu können; vondiesem einzigen Mittel zu einer Einheit, der in Sündeund Eigenheit zerstreuten Menschheit entblößt, wurden jeneVerirrten von dem bloß thierischen, sündhaft natürlichen, dieweise Trennung der einzelnen Unheiligen auflösenden Elemente,von einander durchdrungen, und außer dem Banne der Wahr-heit wurden sie wilden Naturkräften preisgegeben, aus welchendie Greuel der Pöschelianer und die gegenseitige Kreuzigungund Ermordung der sogenannten heiligen Grethe in Wildispuch,zwar schauderhaft und wahnsinnig, doch aber in ihrem Charakternoch immer für die, selbst in dem Fieberzustande des natürlichenMenschen einzeln hervorspringenden, Wahrheiten des katholischenGlaubens zeugend, hervorgingen. Denn Mitleiden, Genugthunaus Liebe für Andere, durch Leiden, Opfer sühnenden Blutes,Verdienst des Martertodes um Jesu, Leiden für Verstorbene,Glauben an den Reinigungsort, erscheinen in der Raserei dieserUnglücklichen, in schrecklicher Karikatur, als Zeugnisse für dieselbst nat ürli che W ahrheit der katholischen Lehre.

Viele dieser in prophetische Raserei gefallenen Akatholikenzeugten ebenso für katholische Wahrheiten, von welchen ihreVorfahren abgefallen waren, wie Menschen von ganz unvoll-ständiger Erkenntniß vermögen öfters im Wahnsinne sehr geistreichzu werden. Diese hervorspringende Karikaturen des Heiligenbrannten schnell nieder, aber es blieb eine still unsichtbar glim-mende Gluth an dem Grunde, dem sie entsprungen waren.-