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An Bischof Sailer und Melchior Diepenbrock.
Hölmrn den 10. Februar MN.
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M
W
Lieber Vater Sailer!
Lieber Melchior!
Anna Katharina Emmerich hat im Kreuze vollendet!
Gestern Abend halb neun Uhr, am St. Apollonia-Tage,brach das leidende, liebende Herz für immer, nach einem gedul-digen, besonnenen Todeskampf von zwei Uhr an. Es ist Lam-bert's Begräbnißtag.
In der Nacht vorher sagte sie: „Es kommt ein Feuer vonOben." In den letzten vier Wochen gab ich ihr zweimal Wal-burgisöl, das sie auch bewußtlos, andächtig nahm, sonst hatteich keine Mittheilung. Am 6ten Abends unter großen Schmerzensagte sie im anderen Zustande: „Das schöne Blumenkörbchendort, ach! wahrt es, und auch das junge Lorbeerbäumchen,wahrt es, ich Hab' es lang gewahrt, ich kann nicht mehr." —
Dann bat sie wimmernd um alte weiche Leinwand, siemußte meinen Kopf heranziehen, damit ich sie verstehe, undwußte nicht mehr wie. Das waren die letzten Worte an michselbst — dann, am Sterbetag Morgens, dankbares Nicken fürein Almosen, — eine halbe Stunde vor dem feierlich ernsten Todein Druck der Hand und ernster Blick auf meine stürzendenThränen, es war ihr letztes Erdenmitleid mit mir. Wäre ichnicht halb sechs hingekommen in gewohntem Gang, kein Menschhätte mich gerufen und meine schwere Scheidung wäre ganzohne Abschied.
Etwa eine Viertelstunde vor dem Ende dieses unaus-sprechlich liebenden Daseins beichtete sie noch etwas, was sieschon mehrmals gebeichtet, aus Gewissenhaftigkeit; blieb dann