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2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
29
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der anerkannten Anweisung im Evangelium zu Nutzen zu machen;er habe den Besessenen und Kranken nicht anders helfen können;wenn sie etwas Besseres wüßten, es müsse aber auch von Jesukommen und eben so probat sein, so wolle er ihnen Dank wissen.Man habe ihm gar nichts anhaben können, weil der einzigeUnterschied gewesen, daß er es ernster meint als sie, man habeaber doch dem alten Pfarrer verboten ihm zu dienen u. s. w.Das ist das Wesentliche. Diese Leute meinten es so redlich,daß es nur erleuchtete, unterrichtete, mit der Zeit vertrautePriester brauchte, so würden sie gar katholisch; aber die fehlenstark, dort wie überall, und zu solchem Zwecke gehört vielGewandtheit und Gabe. Gott gebe, daß Du diese Leuteeinmal in den Schafstall treiben könntest, ich meine immer Duwärest dazu gemacht; vielleicht könnte es die bloße Abhandlungvom Kreuze schon. Gott schafft immer ein Gegengift woein Gift entsteht, doch dieß ist eigentlich nur eine Krisis in derKrankheit zu nennen.

Mit Schrecken lese ich heut' im Hamburger Correspondent,daß am 6. April bei Pforzheim in Schwaben der katholischeGutsherr von G mit vier und vierzig Bauernfamilien

und dem Pfarrer Heimhofer von Mühlhausen das protestantischeGlaubensbekenntniß abgelegt. Möge doch so etwas einen ernstenEindruck in Rom machen, daß tüchtige Bischöfe oder Missionärekämen! Alle diese Leute können unmöglich mit bösem Willenoder aus Leidenschaft das gethan haben; man kann lebendige,herzliche, liebende Priester mit der Laterne suchen; fordere dochalle fromme Leute zum Gebet auf und erbarme Dich selbst.Ich vertraue jedoch auf Gott, der von allen Seiten Signale desAuflebens hervortreten läßt. Merkwürdig und rührend warmir, daß jener Convertit mich versicherte, die drei Bände vonMenne's Liturgie seien seine Hauptbekehrer geworden; ich habeihm den Widmer geschenkt, der ihn sehr erfreute.