Druckschrift 
2 (1855) (1855)
Entstehung
Seite
14
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zur Reife und Ausspendung kommt, selig dann der Kreis inseinem Schatten, Duft und Frucht- und Saatbereich.

In Christian's Brief erstaunt mich die liebende Bemühungund das künstlerische Talent der Terrainschilderung von Frciburg,ich schäme mich dann immer, ich erstaune über seine Gaben undsein Talent, aber sehe doch Freiburg nicht. Dieser Brief istmerkwürdig durch den Eindruck der zwei *) Verfasser, sie sindsehr verschieden; Christian ist wie der grüne Chinabaum mitganz Asien dabei, der andere ein Chinapulver mit dem ganzenApotheker und Doctor.

Wenn Du durch Düsseldorf kommst, so gehe doch einViertelstündchen ins Carmelitessenkloster und verlange mit derPriorin zu sprechen und grüße sie von mir.

Du wirst hinter dem Stachelgitter, wo man Tigerthiereerwartet, die demüthigste, erleuchtetste Klosterfrau, ein Bildalter heiliger Zeit, erscheinen sehen; bitte sie um Gebet fürDeine Familie und Absichten und opfere dem armen Klosteretwa einen oder zwei Thaler, nur um zu sehen, wie die heiligeDemuth und Armuth Gaben empfängt. Ich habe Ursache siesehr hoch zu achten, sie ist sehr alt und sieht ganz jung aus,schläft seit zehn Jahren nur auf dem Stuhl und genießt nurWasser und Brod, dabei hat sie eine blühende Erscheinung, siebetet sehr getreu und Gott erhört sie gern. Sie wird Dir eingroßer Trost sein.

Deine liebe Frau grüße herzlich und bitte sie um Verzei-hung für meine Zerstreuungen. Ich war ganz außer meinerjahrelangen Fassung dort herausgerissen, das Treiben der Welt,das mich umgab, interessirte mich nicht, und so war ich unge-schickt und mußte verletzen. Grüße die gute Tante und Deine

'1 Der Eine ist nicht genannt, und wir vermögen ihn nicht mit Bestimmtheitanzugeben.