650
sicher Feind; ich verlasse dieß Ufer, wie ich es betrat, allein,und nm nie zurückznkchren "
„Nicht allein," sagte Redgauntlct, „so lange noch einBlutstropfen in meinen Adern fließt."
„Nicht allein," sagten die andern anwesenden Edellcute,von Gefühlen durchdrungen, welche fast die bessern Gründeüberwältigten, nach denen fle gehandelt hatten. „Wir wollenunsere Grundsätze nicht anfgeben, noch Eure Person in Ge-fahr sehen."
' „Wenn es nur eure Absicht ist, den Herrn bis an dieBucht zu geleiten," sagte General Campbell, „so gehe ich selbstmit euch. Meine Gegenwart unter euch, ohne alle Waffenund in eurer Gewalt, kann euch ein Pfand meiner freund-lichen Absichten sein, und wird zugleich jeder Störung Vor-beugen, die von Leuten im Dienst herrühre» könnte "
„Es sei so," sagte der Abenteurer mit dem Tone desFürsten gegen einen Unterthanen, nicht mit dem eines Men-sche», der dem Verlangen eines übermächtigen Feindes nach-gibt.
Sie verließen das Zimmer und das Haus; ein unbestimm-ter Schrecken hatte sich bereits unter den geringen Anhängernverbreitet, die kurz vorher sich um das Haus und den Ein-gang gedrängt hatten. Eine Nachricht, deren Ursprung sichnicht angeben ließ, hatte sich verbreitet, es zögen Truppenin bedeutender Anzahl heran, und diejenigen Leute, welcheaus irgend einem Grunde den Arm der Gewalt fürchteten,hatten sich in Ställe und Winkel verkrochen, oder waren ganzentflohen. Niemand war hier, außer die kleine Gesellschaft,die sich jetzt gegen den Steindamm in Marsch setzte, wo denfrüheren Befehlen Redgauntlet's zu Folge, ein bemanntesBoot lag.
Der letzte Erbe der Stuarts stützte sich auf dem Gangezur Bucht auf Redgauntlet's Arm, denn der Boden war un-eben, und er besaß die körperliche und geistige Schnellkraftnicht mehr, welche ihn 20 Jahre früher über manchen Hügelim Hochland, leicht wie das flüchtige Reh, geführt hatte.Seine Anhänger folgten mit gelenkten Blicken, und ihre Ge-fühle kämpften mit den Aussprüchen der Vernunft.
General Campbell begleitete sie mit anscheinender Gleich-