„Ich glaube, er hält ihn mancher Schlechtigkeiten fähig,"antwortete Lilias, — „für selbstsüchtig, verhärtet, roh undmenschenfeindlich. Dann weiß er aber wieder, daß er die zueinem Verschwörer nothwendig erforderlichen Eigenschaftenbesitzt, — unerschrockenen Muth, eine unerschütterliche Kalt-blütigkeit und Geschicklichkeit, und eine unverletzliche Treue.An dem letzten Punkt kann er sich irren. Ich habe gehört,daß man Nixon tadelte wegen der Art, wie unser armerVater nach der Schlacht bei Culloden gefangen genommenwurde."
„Ein anderer Grund für meinen angebornen Haß," sagteDarfie, „aber ich will auf meiner Hut sein gegen ihn."
„Seht, er beobachtet uns nahe," sagte Lilias; „was istes doch für eine Sache um das Gewissen. Er weiß, daß wirjetzt von ihm sprechen, obgleich er kein Wort von dem hörenkonnte, was wir sagten."
Es schien, als hätte sie richtig vermuthet; denn Christa!Nixon ritt in diesem Augenblick an sie heran, und sagte mitaffektirter Lustigkeit, die seinem finstern Gesichte schlecht stand:„kommt, junge Damen, ihr habt diesen Morgen Zeit genuggehabt zu eurem Geplauder, und eure Zungen müssen, denkeich, müde sein. Wir gehen jetzt durch ein Dorf, und ich mußbitten, Euch zu trennen, — Ihr, Fräulein Lilias, reitet einwenig -inten, — und Ihr, Frau, Fräulein oder Herr, wieIhr Euch lieber nennen hört, Ihr reitet ein wenig vorwärts."
Lilias wandte sogleich ihr Pferd, ohne zu sprechen, dochnicht, ohne ihrem Bruder einen ausdrucksvollen Blick zuge-worfen zu haben, der ihm Vorsicht empfahl, diesen crwiederteer durch ein Zeichen, welches andeutete, daß er sie verstandenhabe, und ihr Verlangen erfüllen wolle.