Druckschrift 
22 (1852) Redgauntlet
Entstehung
Seite
535
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Wenn hier keine Gewaltthätigkeit beabsichtigt wird,"sagte ich, und nahm mechanisch den eisernen Handschuh inmeine Hand.

Ich konnte mir seine Absicht nicht verstellen, bei dem ex-altirten Gemüthszustande aber, in dem ich ihn sah, war ichüberzeugt, daß Ungehorsam zu einem wilden Ausbruch führenwürde. Die dringenden Umstände erzeugten in mir plötzlicheine Geistesgegenwart, daß ich mich entschloß, Alles zu thun,um Gewalt und Blutvergießen abzuwenden. Ich blieb nichtlange in Ungewißheit. Ein lauter Trompetenstoß und dieStimme d«r Herolde vermischten sich mit dem Hufschlag derRosse, und ein Kämpfer, vollkommen wie die bewaffnet, vondenen ich in Romanen gelesen hatte, begleitet von Knappen,Pagen und dem ganzen Gefolge des RittcrthumS, ritt mitGepränge vcr auf einem Barberroffe. Seine Ausforderunggegen alle Diejenigen gerichtet, welche das Recht des neuenHerrschers anzntasten wagten, wurde laut einmal und zumzweitenmal vorgelesen.

Rasch vorwärts beim dritten Ruf," sagte mein Oheim zumir,bring' des AuSforderers Handschuh, und laß denweinigen dafür zurück."

Ich sah die Möglichkeit davon nicht ein, denn von allenSeiten war ich ron Menschen umgeben; aber beim drittenKlang der Trompltcn öffnete sich, wie auf ein Commando-wort, eine Gaffe zwischen mir und dem Kämpfer, und ichhörte meines Oheims Stimme:jetzt, Lilias, jetzt!"

Mit raschem, akr festem Schritt, und mit einer Geistes-gegenwart, die ich mir nachher gar nicht erklären konnte, ent-ledigte ich mich nieims gefährlichen Auftrags. Ich glaube,ich wurde kaum gesehen, als ich die Pfänder des Kampfs aus-tauschte, und in einen Augenblick zurückkehrte.Gut ge-