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22 (1852) Redgauntlet
Entstehung
Seite
510
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einander gesehen hatten, ihm so sehr die Anhänglichkeit einerjungen Person gesichert, welche wahrscheinlich in Unkenntnißder Welt und ihrer Formen erzogen worden war, daß fleihre Vorliebe nicht zu verbergen vermöchte. Manchmal arg-wöhnte er, daß fle nach ihres Vormunds Befehl handle, wel-cher bemerkt hatte, daß er, Darfle, ein beträchtliches Vermö-gen anzusprechen habe, was ihn vielleicht bewog, diesen kühnenStreich zu thun, eine Heirath zwischen ihm und einer so nahenVerwandten zu Stande zu bringen-

Keine von diesen Vermuthungen aber war auf den Cha-rakter der betreffenden Personen anwendbar. Miß Lilia'sBenehmen, obgleich sanft und natürlich, entfaltete in seinerLeichtigkeit und Beweglichkeit eine bedeutende Bekanntschaftmit den Gebräuchen der Welt. In den wenigen Worten,die fle während des Frühstücks sagte, lag so viel Verschlagen-heit und Verstand, wie ihn kaum ein Frauenzimmer habenkonnte, das die einfältige Rolle eines liebeslechen Mädchensso ungeschickt spielte. Was Redganntlet anlangte mit seinemstolzen Gange, seiner düstern Stirne, und seinem drohendenund befehlenden Blicke, so konnte ihn Darfle unmöglich imVerdacht haben, daß er einen Plan hege, der nur auf seineigenes Interesse berechnet wäre; eben so wohl hätte er glau-ben können, Casflns habe Casars Taschen ausleeren wollen,statt den Dolch gegen den Diktator zu ziehen.

Während er so seinen Gedanken nachhing, unfähig zuessen, zu trinken, oder Lilia's Artigkeit zu erwiedern, hörteauch fle bald auf, zu ihm zu sprechen, und saß schweigendda, wie er selbst.

Sie waren fast eine Stunde an ihrem Ruheplatze geblie-ben, als Redgauntlet laut sagte:fleh hinaus, Christa! Nixon,