Pater Buonaventura schwieg wieder einige Augenblicke,die er dazu anwandte, den Brief mit der strengsten Aufmerk-samkeit zu betrachten; dann trat er an ein Fenster, gleichsamum die Aufschrift, und das, was auf dem Umschläge stand,bei stärkerem Lichte genau zu untersuchen, und Alan Fair-ford sah mit eben so viel Erstaunen als Mißvergnügen, wieer kalt und besonnen das Siegel erbrach, den Brief öffneteund las. „Halt, Sir, halt!" rief er aus, sobald ihm seinErstaunen erlaubte, seinem Unwillen Worte zu geben; „mitwelchem Rechte wagt Ihr es."
„Ruhig, junger Mann," sagte der Pater und wies ihnmit einem Wink der Hand zurück; „seid versichert, daß ichnicht ohne Autorität handle; nichts kann zwischen Mr. Max-well und Mr. Redgauntlet Vorgehen, das ich nicht zu wissenvollkommen berechtigt wäre."
„Das kann sein," sagte Alan höchst aufgebracht; „obgleichIhr aber dieser beiden Herren Beichtvater sein möget, so seidIhr doch nicht der Meinige, und da Ihr das Siegel einesBriefes erbrecht, der meiner Sorge anvertraut wurde, so thutIhr mir-"
„Kein Unrecht, ich verslchre Euch," antwortete der uner-schütterliche Priester; „im Gcgentheil vielleicht einen Dienst."
„Ich verlange keinen Bortheil um solchen Preis, oder derauf solche Weise erhalten wird," antwortete Fairford, „gebtmir den Brief augenblicklich zurück, oder —"
„So lieb Euch Eure Sicherheit ist," sagte der Priester,„so unterlasset alle beleidigenden Ausdrücke und alle drohen-den Geberden, ich bin nicht der Mann, der sich ungestraftdrohen oder beleidigen läßt, und es sind genug Leute da,um jede Beleidigung und Kränkung zu strafen, die mir an-