378
Brüssel, oder durch de» höher geachteten Glanz ihrer Geburt,denn sie war eine geborne Maxwell, und wie ihr Ehemannvft seinen Freunden kund that, mit mehreren der ersten Fa-milien in der Grafschaft verwandt. Sic war schön gewesen,und sah noch jetzt für ihre Jahre recht gut ans, und obgleichihre Anwesenheit in der Küche ihren Teint in etwas erhöhthatte, so war es doch nicht mehr, als ein bescheidenes Auf-legen von Roth auch gethan haben würde. Für den HerrnRichter war seine Dame gewiß ein Gegenstand des Stolzes,ja Einige sagen, sogar des Schreckens, denn von den weib-lichen Mitgliedern der Familie Nedgauntlct ging ein Gerücht,daß sie, sie mochten heirathcn wo sie wollten, ihrem Eheherrneben so gewiß eine graue Stute in den Stall brächten-) alssich auf Wouvermanu's Gemälden ein weißes Pferd befindet.Die gute Dame brachte auch, wie man glaubt, eine politischeWürz in Master CroSbie's Haushaltung, und des Hrn. Rich-ters Feinde im Stadt-Rath pflegten die Bemerkung zu machen,daß er manche kühne Rede gegen den Prätendenten und fürKönig Georg und die Regierung gehalten habe, wovon erhinter seinen Gardinen keine Sylbe vorzubringcn gewagthaben würde; auch habe hie und da seiner Frau vorherrschen-der Einfluß ihn bewogen, etwas zu thun oder zu unterlassen,was mit den allgemeinen Betheucrungcn seines Eifers fürdie Revolutions-Grundsätze gar nicht übereiustimmte- Dashatte in einer Hinsicht seine Richtigkeit, ans der andern Seitewar es aber nicht weniger gewiß, daß Mistreß Crosbie äußer-lich durchaus die gesetzmäßige Macht und rechtliche Oberge-walt ihres Eheherrn anerkannte, und wenn sie auch in derThat denselben nicht achtete, so schien sie es doch zu thun.
Eine sprichwörtliche Anspielung auf die Pnntoffelherrschafr.