342
„Die Gesetze!" sagte er; „und was wißt den Ihr, jungerMensch, von den Gesetzen Eures Landes? Konntet IhrRechtswissenschaft lernen unter einem niedrig gebornen Perga-mentklcckser, wie Saundcrs Fairford, oder von dem eitlenpedantischen Gecken seinem Sohne, der sich jetzt ja auch einenAdvokaten nennt? Als Schottland noch sich angehörte, undseinen eigenen König und Gesetzgebung hatte, wurden so ge-meine Plebejer, anstatt zu den Schranken des höchsten Gerichts-hofes berufen zu werden, kaum zu der Ehre zugelassen wor-den sein, einen Akienfascikcl zu tragen."
Alan, dies; konnte ich nicht ertragen, sondern antworteteihm mit Unwillen, daß er die Würde und Ehre nicht kenne,die er herabsetze.
„Ich weiß so viel von diese» Fairford's, als von Euch,"erwiederte er.
„So viel," sagte ich, „und so wenig. Denn Ihr könntweder ihren, noch meinen wahren Werth schätzen. Ich weiß,Ihr habt sie gesehen, bei Eurem letzten Aufenthalt in Edin-burg."
„Ha!" rief er aus, und blickte mich durchdringend an.
„Es ist wahr," sagte ich, „Ihr könnt es nicht läugnen, undda ich Euch so gezeigt habe, daß ich etwas von Euern Um-trieben kenne, so will ich Euch warnen, denn ich habe Mit-theilungswege, die Euch unbekannt sind. Zwingt mich nicht,sie zu Eurem Nachtheil zu gebrauchen."
„Zu meinem Nachtheil!" erwiederte er. „Junger Mann,ich lächle über Eure Thorheit und vergebe sie Euch. Ja, ichwill Euch sagen, was Ihr nicht bemerkt habt, daß ich nem-lich aus Briefen von diesen Fairford's zuerst die Veemuthungschöpfte, die durch meinen Besuch bei ihnen bestätigt wurde,daß Ihr die Person seid, die ich seit Jahren gesucht hatte."