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„Der Usurpator Eduard Baliol war mit wenigen seinervertrauten Anhänger bei einem Feste auf dem Schlosse Annen,als er plötzlich von einer auserlesenen Schaar patriotischerInsurgenten überfallen wurde. Ihre Führer waren Douglas,Randolph, der junge Carl von Moray, und Sir Simon Fra-ser; ihr Erfolg war so vollständig, daß Baliol kaum ge-kleidet und auf einem ungesattelten Pferde entfliehen mußte,um sein Leben zu retten. Es war von Wichtigkeit, sich womöglich seiner Person zu bemächtigen, und er wurde deshalbrasch verfolgt, von einem tapfern Ritter normannischer Ab-kunft, dessen Familie sich schon lange in diesem Lande nieder-gelassen hatte. Ihr normännischer Mann war Fih-Aldin, derRitter batte aber von der großen Niederlage, die er unterden Südländern angerichtet hatte, und von seinem Wider-willen, irgend Jemanden Pardon zu geben, den er währendder frühern Kriege dieser blutigen Periode gezeigt hatte, denNamen Redgauntlet (Rothhandschnh) erhalten, den er aufseine Nachkommen übertrug-
„Redgauntlet!" wiederholte ich unwillkührlich. „Ja Red-gauntlet," sagte mein angeblicher Vormund, und sah michscharf an; „weckt dieser Name irgend Erinnerungen in Euchauf?«
„Nein!" erwiederte ich, „außer daß ich kürzlich eine wun-derbare Geschichte von dem Helden erzählen hörte."
„Viele der Art sind über die Familie in Umlauf," antwor-tete er, und fuhr dann in seiner Erzählung fort: „AlberickRedgauntlet, der erste seines Hauses, der diesen Namen führte,war, wie man schon daraus schließen kann, von finsterer, un-versöhnlicher Gemüthsart, welche durch Familienzwiste nochhärter geworden war. Ein einziger Sohn, kaum 18 Jahrealt, hatte so sehr seines Vaters stolzen Geist geerbt, daß er