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22 (1852) Redgauntlet
Entstehung
Seite
56
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könne so ruhig und gelassen bleiben, während um dasselbeWind und Wasser so entsetzlich tobten.

Doch mit der Zeit siegte die Ermüdung über,Angst undNeugierde. Entweder der Sturm ließ nach, oder meine Sinnestumpften sich geqen seine Schrecken ab, genug, ich schlief ein,ehe »och der geheimnißvolle Schritt meines Wirthes aufge-hört hatte, die Decke meines Zimmers zu erschüttern.

Man sollte glauben, das Neue meiner Lage hätte meinenSchlaf, wenn auch nicht verhindern, doch seine Ruhe stören,seine Dauer verkürzen sollen. Doch war es gerade das Ge-gentheil, denn nie schlief ich fester, und erwachte nun erstdann» als beim Anbruch der Dämmerung mein Wirth micham Arme schüttelte und einen Traum störte, den ich zu deinemGlücke vergessen habe, denn sonst wärst du gewiß damit be-glückt worden, in der Hoffnung, daß du dich dabei als einzweiter Daniel zeigen würdest.

' »Ihr schlaft gesund," sagte er mit tiefer Stimme;dochehe noch fünf Jahre über Euer Haupt dahinschwinden, wirdEuer Schlummer leichter sein wenn Ihr dann nicht schonin dem Schlafe befangen liegt, aus dem man nie erwacht!"

Wie," sagte ich, indem ich mich schnell im Bette aufrich-tctc,wißt Ihr etwas von mir, von meinen Verhältnissen,meinen Aussichten?"

Nicht das Geringste," antwortete er mit bitterem Lächeln,aber Ihr tretet in die Welt jung, unerfahren und hoffnungs-voll, darum prophezeibe ich Euch, wie ich es jedem Anderenin Eurer Lage gethan hätte. Aber kommt, dort liegenEure Kleider ein Stück schwarz Brvd und eine SchaleMilch erwarten Euch, wenn Ihr frühstücken wollt, doch müßtIhr Euch eilen."

Ich muß mir erst," erwiederte ich,die Freiheit ausbitten,