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13. Mein Stand und mein Beruf leiden es
nicht, daß ich so lebe.
Antwort. Wir haben einen zwiefachen Beruf,einen geistlichen und einen leiblichen. Diese sind einan-der in einem wahren Christen nicht zuwider. Der geist-liche Beruf, nämlich für die Seele zu sorgen, ist dervornehmste: denn nicht »m des Leiblichen, sondern um" des Geistlichen willen sind wir in der Welt. Darum istcs höchst unverantwortlich, wenn man sich durch denleiblichen Beruf am geistlichen hindern läßt, und alsoden Knecht dem Herrn verziehet. Hüte dich davor,und trachte zuvorderst nach dem Reiche Gottes, so wirddir denn auch das Leibliche in der rechten OrdnungZufällen. (Matth. 6, 33.)
14. Man kann nicht immer beten, sinaen
und lesen.
Antwort. Das wird auch von uns nicht ge-fordert. Prüfe dich aber, der du so sprichst, ob du auchwohl nur dann und wann dein Gebet mit rechter An-dacht thust. Denn ob wir gleich nicht immer auf un-fern Knieen liegen und beten können: so ist es doch deß-wegen auch ganz und gar das Gebet nicht zu unter-lassen Daniel betete täglich dreimal. (Cap. 6, lO.) Dergroße König David siebenmal. (Pf. 119, 164.) Somußt du auch zu gewissen Zeiten dein Herz im Gebetvor Gott ausfchüttcn, wenn du ein wahrer Christ seynwillst. (Matth. 6, 6.) Unter deiner Arbeit aber dennochimmerdar dein Herz zu Gott erheben. (Pf. 119, 109.1 Thess. 5, 17.)
15. Meine Armuth leidets nicht, so zu leben.
Antwort. Deine Armuth soll dich nickt von Jesu,sondern zu ihm treiben. Gewiß die Armuth ist eingutes Hülfs- und Beförderungsmittel zur wahren undrechtschaffenen Gottesfurcht. Das sehen wir an demverlornen Sohne, (Lue. !5, 15—18.) und an dem ar-men und frommen Lazaro. Der reiche Schlemmer hin-gegen, der Alles genug hatte, gedachte wenig an Gott.Wer war reicher, als Adam im Paradiese? Und wer