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Theresia hatte den Ort bereits in Augenschein genommen,aber Nichts gefunden, als ein schmales Gebäude auf einem kleinenMeierhofe, Durvel'o genannt. Die guten Ordcnsmänncr, weit ent-fernt, sich durch die Acrmlichkeit dieses Hauses abschrccken zu lassen,fanden cs vielmehr sehr angenehm und gefielen sich, sehr darin. Zn
Er erblickte i. I. 1542 zu Ontiveros in Altkastilien das Tageslicht, war derSohn des Gouzalo de Bestes, der sich und seine Familie mit Händearbeit er-nähren mußte. Sein einnehmendes, Talente verrathcudes Wese» gewann ihmschon frühzeitig Gönner, welche ihm Nüttel znm Stndiren verschafften. Baldzeichnete er sich durch Sittlichkeit und Kenntnisse gleich ehrenvoll ans. IndemKarmelitenklostcr St. Anna zu Medina del Camsto wollte er sich Vollends ans-bilden und dem Sturme der Welt in der Stille des Klosters entfliehen. Erwar damals zwanzig Jahre alt. Als Novize unterzog er sich so strengenHebungen, daß die an larcre Beobachtung der Regel gewohnten Mönche un-ruhig wurden und die Susterioren dagegen ihn schon in seinem 25sten Jahre znmPriester weihen ließen. Die Regel der Karmeliten aber schien ihm nicht strenggenug, und er entschloß sich daher, zu den Kalthäusern überzntreten. Währender nun mit diesem Gedanken umging, hatte er das Gluck, die heil. Theresiakennen zu lernen, der es unter solchen Verhältnissen natürlich leicht wurde,ihn für ihre Ansicht und znm eifrigen Beförderer ihres Planes zu gewinnen.Er blieb Karmelite, und gründete bald mit ihr jenes nachmals so berühmteKloster Dnrvelo. Nachdem er wenige Jahre in den Klöstern Dnrvelo undManzera als Lehrer der Novizen gewirkt hatte, wurde er im I. 1571 znmPrior des neu errichteten Klosters zu Alcala ernannt. Bald nach seinem Ab-gänge riß aber der Geist der Unordnung und Nachlässigkeit in der Nvvizen-schule ein, so daß man sie ihm abermals übertrug. Kanin hatte er jedoch dieOrdnung wieder hergestellt, als er die Stelle eines Beichtvaters bei den Non-nen des Klosters der Menschwerdung übernehmen mußte. Hier bekämstste ereifrigst den Widerwillen der Nonnen gegen die Verbesserung der heil. Theresia.Indessen hatten die Karmeliten der gemilderten Observanz sich zu seinem Unter-gänge verschworen. Sie waren erklärte Feinde der neuen Strenge, und natür-lich auch des Mannes, der dieselbe so energisch übte und verbreitete. Ihrenboshaften Bemühungen gelang cs endlich, daß er eingekerkert wurde, und, be-ständiger Krankheit unerachtet, nur mit Wasser und Brod sein dürftiges Da-sein fristen durfte. Die heil. Theresia befreite endlich den unschuldig demHasse seiner Gegner unterlegenen Mann. Allein kaum war diese seine Be-schützerin gestorben, als eine förmliche Empörung gegen ihn unter den Karme-litcn entstand. In einem Generalkapitel wurde er seiner Acmter und Würdenverlustig erklärt und in das elendeste Kloster eingespcrrt. Niemand sollte ihnmehr besuchen, und schon wollte man ihn der Mission in Indien zugesellen,als eine heftige Krankheit ihn überfiel. Er wurde in das Kloster zu Ubeda inAndalusien gebracht, und unterlag hier der Härte und den Mißhandlungen desPriors, den er einmal als Subprior hatte bestrafen müssen, am 14. Deccm-ber 1591. Der merkwürdige Mann wurde von Papst Clemens X. i. I. 1675unter die Zahl der Seligen versetzt.