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und Kirchen. Durch ihre Wirkungen fand der Europäer an demBewohner der neuen Welt einen Bruder und Freund, und Glaubenund Wissen ward als ein schätzbares Eigcnthnm auch diesen Leutenanvertraut. Und als die Grausamkeit der gebildeten Welt sich furcht-bar gegen die kaum bekannten Volker erhob, wer war da den Unter-drückten Fürsprecher und Verthcidigcr, wenn nicht die Prediger derchristlichen Liebe? Sie gaben den Indianern, die man im schnödenUebermuthe als Thiere behandelte, das Recht, Mensch zu scyn undzu heißen, zurück. Sie bekämpften die spanischen Unterdrücker aufder Kanzel, in öffentlichen Schriften, kurz auf jede nur möglischeWeise. Hatte man die Indianer als Thiere erklärt, so verschafftendagegen sie ihnen das Recht, Menschen und Christen zu werden.Wer denkt hier nicht an die Verdienste eines Bartholomäus de LaSCasas? Und gewiß, Amerika hat diese Männer nicht vergessen,wenn sie auch der europäische Vcrläumder ihres Ordens vergißt,und dankbar läßt es noch die Söhne des heiligen Dominikus aufseinem Boden beten.
Gewiß! glänzend war diese Seite ihres Lehramtes. Alleinwährend diese in weiter Ferne das Evangelium verkündeten, tratenmanche ihrer übrigen Brüder als Lehrer und Erzieher auf Univer-sitäten ans, und was jene durch die Kraft des Glaubens und derLiebe leisteten, das diese durch eine strenge Wissenschaftlichkeit. Albertder Große ward der Lehrer des noch größern Thomas von Aguino.Dieser Thomas war es, der die in den Kirchenvätern zerstreutenMaterialien der Theologie zu einem organischen Körper verband,und so ein Ganzes begründete, daö die Bewunderung aller Zeitenauf sich zog, und schon der bloße Namen dieses großen Philosophenund Theologen genügt, ihm die wohlverdiente Achtung zu zollen.Und wo hatte er diese Wissenschaft sich erworben? „Zu den Füßendes Kreuzes," sagt er, „habe ich mehr gelernt, als in allenBüchern."
Die Dominikaner hatten viele Lehrstühle ans Universitäten inneund wohl viertausend Gelehrte sind aus ihrem Orden bemerkens-wert!), die in den tiefen Schachten der Wissenschaft mittelst desGlaubens die schönsten Kleinodien ausgruben, und was Wunder
Gcsch. der Mönchsorden. I. 23