s /'ükft'li >>^'
M !' .
I ^
288
kapitel zu halten. Iluch setzten sich die Observanten noch in dem-selben Jahre in den Besitz des Klosters Portinncnla, der Wiege desOrdens. Die Eifersucht der Convcntualen wurde aber dadurch nochmehr gereizt, dass sie sehen mußten, wie beide Kongregationen aufdem Fuße der Gleichheit behandelt wurden. Die Päpste scheutenzwar keine Mittel, diesen Haß zu beschwichtigen; denn cs konnteihnen nicht gleichgültig seyn, wenn die treusten Diener der Religionin einem schonungslosen Partcikampfe ihre Kräfte erschöpften. Alleindie Verwirrung mußte im Schooße des Ordens selbst noch wachsen,weil neben diesen beiden Thcilnngcn der Franziskaner sich noch vieleandere Congregationcn, z. B. die Coletaner, Amadcistcn u. s. w.sortpstanzten, deren Geschichte jedoch nichts Besonderes darbietet.Als aber im Anfänge des sechzehnten Jahrhunderts Papst Julius II.alle diese Congregationcn anfhob, und sich die meisten derselben,durch seine Bulle genöthigt, mit den Observanten vereinigen mußten,erlangten die letzter» äußerlich über die Conventualcn einen ent-schiedenen Vorthcil, den sie bisher nur im Geiste der Gläubigengenossen hatten. Der Sieg der Observanteil aber ward erst dannvollständig, als ihnen Leo X. im Jahre 1517 die Präeminenz überden ganzen Franziökanerordcn ertheilte, die Convcntualen vonder Wahl des Generals und des Ordensobcrhanptes ausschloß, dieWahlrechte allein den Verbesserten übertrug und endlich verordnet,daß der Generalmagister der Convcntualen von nun an von demGcncralminister des ganzen Ordens, der ans dem Schoose derObservanten gewählt wurde, bestätigt werden sollte. Dennoch ver-zweifelten die Conventualcn, obwohl ihr eigener Einfluß vernichtetwar, und sich die Mehrzahl ihrer Klöster an die siegende Parteianschloß, keineswegs, ihre Achtung und ihr Ansehen wieder zu er-langen, bis im Jahre 1631 Urban VIII. ihnen gebot, von nun anmit ihren Ansprüchen ganz zu schweigen.
Ucbrigcns haben sich auch bei den Observanten, der von Leo X.vorgenommenen Vereinigung ungeachtet, einige strengere Rcform-genossenschasten entweder erhalten, oder wenigstens bald nachhergebildet. Unter ihnen zeichneten sich ans die
- l»'' 1