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1 (1845)
Entstehung
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Tochter Ludwigs VIII. und Blankaö von Castilien, bietet zu erbau-liche Sceueu dar, als daß seine Beschreibung hier nicht in Kürzeeinen geeigneten Platz finden könnte. Sie wurde im Jahre 1225geboren, und hatte das Glück, unter der Leitung sorgsamer Lehrereine nach Maßgabe der damaligen Zeit wahrhaft gelehrte Bildungzu erhalten. Des Lateinischen war sie eben so mächtig, als ihrerMuttersprache. Allein der Glanz des HoflebenS sagte der natür-lichen frommen Stimmung ibreö Herzens nicht zu; nein Beten,und überhaupt alle Hebungen der Frömmigkeit und eines christlichwohlthätigen Sinnes konnten nur den heißen Drang ihres Herzensstillen, dessen etwaige Schwächen sie durch Kasteiungen und Fastenauszusühnen suchte. Doch! die edle Jungfrau ging einem schwerenKampfe entgegen! Conrad, der sechzehnjährige Sohn Kaisers Friede-rich II. warb um ihre Hand; Europas Nahe und die Versöhnungder zwei mächtigsten Fürsten der Erde war ihr anvertrant; selbstder Papst gab sich Mühe, sic zu einem Jawort zu bewegen; alleinihr ganzes Inneres sträubte sich dagegen; sie wollte ihrem himm-lischen Bräutigam treu bleiben, und ihre Auseinandersetzung derGründe ihrer Abneigung gegen jede Heirat war so beredt undwohl überdacht, daß Alle endlich jenen schönen, vielversprechendenPlan anfgaben.

Von nun an begann sie in ihrem Palast ein wahres Klosterlcbenbei Enthaltsamkeit und Strenge, und die so zart gebildete Prinzessinhatte den Mnth, wöchentlich dreimal ihren königlichen Leib mit denStreichen der Bußgeißel zu verwunden; von der Complet an biszur Prima des andern Tages beobachtete sie vollständiges Still-schweigen. Schmerzvolle Krankheiten, LndwigS des Heiligen Ge-fangenschaft, der Tod ihrer Mutter Blanka Alles dieß ließ siedie Nichtigkeit irdischer Größe fühlen, und weckte in ihr die Sehn-sucht nach der Stille und Ruhe deS Klosterlebens, und so erhobsich das genannte Kloster Longchampö. Sie selbst ward Snperiorinihres Klosters, ohne jedoch Profcß abznlegen, weil ihre Kränklichkeitöfters Dispensen von der Regel nöthig gemacht hätte, was nur nach-theilig ans die Schwestern hätte wirken müssen.

Noch zu ihren Lebzeiten verbreitete sich ihr Orden in dem KlosterProvense zu Rheims, St. Mareella und Moneell. Ihrem Beispiele