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dritte Orden unsere Aufmerksamkeit um so mehr, als man in ihrerGeschichte den sprechenden Beweis findet, daß die himmlischenSegnungen alle Plane des demuthsvollen Gründers Früchte brin-gen ließen.
LNmjsiimi,
Alle Nachrichten, welche uns die Geschichte über das Leben dcSheil. Franziskus giebt, beurkunden, wie gewissenhaft er die Ferne-haltung beider Geschlechter von einander, wie es die Keuschheit zurPflicht macht, unterhielt. Uebrigens überlegte er wohl die natür-liche Schwachheit des weiblichen Geschlechtes und beschäftigte sichnicht mit der Errichtung von Klöstern für Büßerinen. Denn Bet-teln und Predigen, welches die Hanptgrundfcsten seiner Anstalt wa-ren, schickten sich nach seiner richtigen Ansicht nur für Männer,und cs hätte ihn viel gekostet, dem andern Geschlechte zu Liebe derStrenge seiner Regel Abbruch zu thun.
Dennoch war die heil. Clara (1193—1253), dieTochter einesder angesehensten Herren von Assisi (sie stammte nämlich aus demadeligen Geschlechte der Ciffi, ihr Vater hieß Favorino, ihre Mut-ter Hortulana, und sie hatte noch zwei jüngere Schwestern, Agnesund Beatriee), die von ihrer zarten Kindheit an eine große Liebegegen die Armen und eine außerordentliche Frömmigkeit an denTag legte, dazu bestimmt, den heil. FranziSknö zu überzeugen, daßihr Geschlecht der erhabensten Verlängnungen fähig sei, und daß !es, wenn ein Mal die Gnade in ein Frauenherz niedergestiegen,keine Anstrengungen mehr gebe, die seine Kräfte überstiegen. Schonlängst betrachtete Clara mit einer heimlichen Bewunderung dieaußerordentlichen Bnßübungcn, denen der heil. Franziskus oblag,und ahmte sie sogar nach, soweit es ihr ihre Lage erlaubte, lindso ergriff sie das Verlangen, den, der einen neuen Weg zum Heilein der argen Welt gefunden hatte, zu sehen und zu sprechen. Nichtweniger wünschte aber auch Franziskus, sie zu sehen und zu sprechen,um sie vielleicht als eine kostbare Beute der Welt zu entreißen undseinem Herrn zu retten. Bei den gegenseitigen öfteren Besuchensprach Franziskus eindringlich von der Verachtung der Welt, zeigteihr in lebendiger Rede die dürre Hoffnung und den trügerischen