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der Herrschaft über den Verstand die Verehrung zu bewahren, dieihnen bis jetzt die Herzen gezollt hatten. Bald kamen sie in denansscbliesilichen Besitz aller Bildung, nnd ihr Eifer in den Studienwar so groß, daß sie durch ihre Fortschritte den Laien beständig zn-vorkamen. Man kann unmöglich die Verdienste mißkennen, welchedie Klöster den Wissenschaften leisteten; sie öffneten den kostbarenSchätzen des AlterthumS, welche die Stürme der Zeit zn vernichtendrohten, nicht nur eine Zufluchtsstätte, sondern das Abschreiber! vonManuscripten weckte wieder eigene Ideen, und so erzeugte sich etwasganz Anderes, als ein beschränkter und kleinlicher Klostcrgcist.
Diejenigen, welche die Mönche beschuldigen, sie hätten ihreKenntnisse vergraben, wie etwa ein Geiziger seinen Schatz ver-scharrt, schlagen die Hindernisse sehr gering an, die das Licht,welches in den Klöstern zn leuchten anfing, bei seiner Verbreitungnach Außen fand. Welches Interesse hatten denn die Mönche, dieUnwissenheit in der Welt zu unterhalten? Die Kongregationen derKlöster glänzten nie mit einem lebendigeren wissenschaftlichen Glanze,als zu der Zeit, als die besser unterrichteten Laien mit ihnen inBemühungen und Studien wetteiferten. Die Literaturgeschichte dessiebenzehnten und achtzehnten Jahrhunderts gestattet hierüber keinenZweifel.
Man verläumdct ferner die Mönche, indem man behauptet,sie hätten damals, da schon die Regeln des Rechtö im Schattenihrer Klöster genauer untersucht wurden, dem Volke von der Un-fehlbarkeit der Gottesgerichte gepredigt, in der Absicht, alleProeesse vor das Tribunal der Kirche zu rufe». ' Die geschicht-
' Und hätte sich das Volk unglücklicher gefühlt, wenn alle Proeesse vonden Mönchen geschlichtet worden wären?
Maltet (in seiner Geschichte der Schweiz l. Thl. S. 105) nmß zngeben,daß „die Mönche durch ihre Unterweisungen die wilden Sitte» des Volkesmilderten nnd ihren Einfluß der Tyrannei des Adels, welcher damals keineandere Beschäftigung, als den Krieg kannte, nnd allen seinen Nachbarn zurLast war, entgegenstcllten. Aus diesem Grunde zog man ihre Herr-schaft der des Adels Vor. Das Volk wählte sie zn Schiedsrichternbei seinen Streitigkeiten. ES war daher auch im Munde des Volkes einSprichwort: es sei besser, von dem Krnnimstab eines Bischofs,als von dem Scepter eines Monarchen regiert zn werden." —Gibt es noch heutzutage eine väterlichere Negierung, als die päpstliche?
Gesch. der Mönchsorden. I. 14'