Pie Longregittion St. Vnnne und St. Hidutph.
Die Abteien St. Banne (Vilon) ^ zu Verdun, nnd Moyen-Moustier, dem heiligen Hidulph geweiht, beide in Lothringen, wur-den mitten in den Vogesen im Jahre 1604 mit einander die Wiegeeiner Congregation verbesserter Benediktiner, die in Lothringen nndin der freien Grafschaft durch die Tugenden und Wissenschaftlichkeitihrer Mitglieder rühmlichst bekannt war, nnd die den Abteien, vondenen sie auöging, den Namen Congregation von St. Banne undSt. Hidulph verschaffte. Die Abteien Saint-Michel, Saint-Hnbcrtin den Ardennen, Scnones, Saint-Avold u. s. w. nahmen dieseVerbesserung, die man dem Didier de la Cour (1550—1623) ver-dankt, an. Dieser Didier de la Cour ward' zu Monzeville, dreiMeilen von Verdun, im Jahre 1550 geboren. Seine Aeltern, denangesehensten Familien entsprossen, hatten durch den Krieg fast ihrganzes Vermögen verloren. Unter solchen Verhältnissen nun wurdeDidier de la Cour Laienbruder im Kloster St. Banne. DurchVermittelung einiger Hochgestellten Verwandten aber, namentlich desBischofs von Vcrdnn, erhielt er bald eine Stelle unter den Chor-mönchen. Die Gemeinde aber sah es sehr ungerne, daß man einenvöllig unwissenden Jüngling in den durch seine Gelehrsamkeit soberühmten Orden aufnchme, und nur das Ansehen des Bischofsnöthigte sie, ihm den Habit zu geben. Anfangs wurde ihm sehrhart begegnet. Allein seine Geduld und Sanftmut!) gewannen ihmendlich die Wohlgewogenheit einiger Religiösen des Klosters, welcheihm sofort in den Sprachen Unterricht ertheilten. Seine Talenteund guten Fortschritte erwirkten ihm bald die Erlaubniß, ans derUniversität Pont a Mousson zu studiren. Ju seinem 30. Lebens-jahre kehrte er als ein berühmter Prediger in sein Kloster zurück.Jetzt fing er an, den Mönchen eine strenge Moral zu predigen. Alleindieß war eine harte Rede und Niemand mochte sie anhören; daherberedete man ihn, noch einige Jahre zu seiner weitern Ausbildungzu Pont a Mousson zuzubringcn, ein Rath, dem er auch wirklichfolgte. Nach einigen Jahren kehrte er wieder nach St. Bannezurück. Doch der Geist dieses Klosters war noch derselbe geblieben,
> Der heilige Biton war Bischef von Berdun, 1 525.