bedeutende Dienste erwiesen. Wir meinen ihre Liebe zur Wissen-schaft, die, weit entfernt, plötzlich zu verschwinden, sich mit denfreieren Formen eines säst weltlichen Lebens vertrug. Es warennämlich die wissenschaftlichen Beschäftigungen eine anziehende Zer-streuung, der sich die Mönche mit Glück in ihren Zellen überließen,und sie weckten eine nützliche Wißbegierde, der in den reichenBibliotheken der Klöster vollkommen Genüge geleistet werden konnte.Doch ist cs vielleicht zu bedauern, daß die Frucht dieser Anstren-gungen gerade denen weniger zu Gute kam, die ihrer am meistenbedurften. Vor Allem war Noth, der tiefen Unwissenheit, in derdas Volk schmachtete, ein Ende zu setzen; die Hand dieser wohl-thätigen Mönche verbreiteten zwar das Licht der Civilisation, dieFunken derselben entzündeten den Geist, und so groß auch derUcbcrdrnß und die Anstrengung beim Lehramte seyn mochten — dieBenediktiner standen ihm mit Wärme vor. Gleichwohl besorgteman, es möchte unklug seyn, das Volk mit Lerngegcnständen zubeschäftigen, welche seine Gewohnheiten ändern könnten, und dieSchulen und Cnrsc, die vor Kurzem noch so besucht gewesen waren,blieben daher jetzt nur der Geistlichkeit und dem Adel vorzüglich zugäng-lich. Durch die Beschränkung der Schülcranzahl aber erkaltete derEifer, den man für wissenschaftliche Uebungen hatte. Die Mönche, diesich ihnen mit so großer Vorliebe Hingaben, würdigten den ganzenWerth der Wissenschaft nicht mehr so gut, während andererseits beimanchen unter ihnen die Studien, die nur Mittel seyn sollten, derZweck selbst wurden, d. h. man betrachtete sie als ein Vertreibnngs-mittel der Langeweile, statt sie als ein Mittel zur Wahrheit ernstlichzu benützen.
Um den Leser in seinem Schmerz darüber zu trösten, wollenwir ihm das Entstehen einer neuen Anstalt zeigen, die in Italienso großen Zuwachs fand, nämlich die
vom Monte Glivcto oder Wclbcrge.
Ihr Stifter, der heilige Bernardns Tolomei (Ptolomäns),(1272—1348) gehörte einem der ersten Häuser in Siena an. In derheiligen Taufe hatte er den Namen Johannes empfangen. Mit