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Die alten Benediktiner (und unter diesem Namen begreift mandiejenigen, welche sich keiner weitern Verbesserung unterzogen, odersich an die Congregation von Clugny anschlossen) zeigten außerihrer schwarzen Ordenstracht, welche ihnen den Beinamen schwarzeMönche gab, noch jenen eigenthümlichen Charakter, daß ihreKlöster, ganz dem Geiste ihrer alten Stiftung gemäß, weder durchein enges Band mit einander vereinigt, noch durch eine gemein-schaftliche Regiernngsart geleitet wurden, indem im Gegenthcilejede Abtei sich in einer gewissen Unabhängigkeit behauptete. Es istwahr, diese alten Benediktiner beobachteten ihre Regel mit keinersonderlich großen Genauigkeit, und die weltlichen Gedanken hattenin ihren Zellen Eingang gefunden; aber dennoch betrachteten siesich mit Recht als wahre und rechtmäßige Schüler des heiligenBenediktus, während die übrigen Congregationen, wie die Cister-zicnser und Karthäuser, durch allmählige Annahme verschiedenerHebungen und Ordenstrachten ihre Kindschaft und Abstammung zuverläugncn schienen.
Wir haben schon oben bemerkt, daß Cisteaur sich von denalten Benediktinern und der Congregation Clugny sowohl durch dieAnnahme der weißen Kleiderfarbc, als auch durch das strengeFesthalten an der Regel unterschied. Dennoch überlebten auch sieihren Glanz; denn eine neue Klasse von Mönchen — die der Bettel-orden — zog jetzt fast ausschließlich die Aufmerksamkeit des Volkesauf sich; die Benediktiner aber schienen gewissermaßen daraus ver-zichtet zu haben, sich die Gunst und Theilnahme der Gläubigen zuerwerben.
Im Vertrauen auf den Besitz großer Güter strebten sie täglichnach neuen Vergnügungen, und die zeitlichen Genüsse erstickten dasklösterliche Leben. Nächst dem Besitze von Reichthümern aber, diesengefährlichen Freunden, war die Einführung der Laienbrüder in denKlöstern die Hauptursache ihres Verfalles; denn die Mönche, welchein ihnen nur Diener sahen, gewöhnten sich, die bequemen Herrnzu spielen. Und dennoch gibt cs, dieser Unordnungen ungeachtet,welche von den protestantischen Geschichtschreibern so gerne ver-größert werden, einen Gesichtspunkt, unter dem die alten Benedik-tiner als Wohlthäter der Gesellschaft erscheinen, der sie noch lange