Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
165
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Brüder, und die Wüste, tvblchc einst nur Zeugin ihrer Abtödtungengewesen war, nahm jetzt die strafbarsten Vergehen in Schutz. Die-jenigen, welche der Kriegslärm des löten Jahrhunderts ans ihrerruhigen Einsamkeit gerissen, und sie den Zufällen eines Lebensprcisgegeben hatte, bei welchem sie ihre Gelübde vergaßen und denWeltfreuden huldigten, diese waren dennoch weniger tadelnswert!),als die Mönche, welche zwar in ihren Klöstern blieben, aber durchempörende Zügellosigkeit deren Mauern entweihten. Indem man sieaber zur Annahme eines Commendatarabtes zwang, schien cs, alsverschlimmere man ihren Zustand noch; und dennoch war es geradedieser Umstand, der eine eben so unerwartete als merkwürdige Ver-änderung herbciführte: denn die Verbesserung von La Trappe ge-schah durch die Sorgfalt eines Commendatarabtes.

Armand-Jean le Bouthillier de Rancv (16261700) war einSohn des Dcnys le Bouthillier Sieur de Rancü, Barons vonVcrct, des Sekretärs der Königin Maria von Mcdiciö. Geborenden 9. Januar 1626 ward er von seinem Vater schon in der Wiegefür den Malthcser-Ordcn bestimmt. Bereits in seiner Jugend erhielter Unterricht in allem Wissenswerthen. Der Tod seines ältestenBruders aber veranlaßtc seinen Vater zu einer Acnderung seines Pla-nes, und alsbald mußte Armand-Jean den Degen ablegen und Theo-logie studiren. Denn auch sein Bruder war geistlich gewesen, und hattebedeutende Pfründen besessen. So wurde nun der 10jährige Knabedurch Erbschaft Chorherr U. L. F. zu Paris, Abt von La Trappe,Abt des Augustinerklvstcrs U. L. F. zu Duval und des Benediktiner-klostcrs St. Svmphorian zu Beauvais, Prior zu Boulogne und zuSt. Clemens in Poitou mit sehr bedeutenden Einkünften.

Der junge Abt von Raneö machte in seinen Studien bedeutendeFortschritte. Schon in seinem zwölften Jahre besorgte er eine neueAusgabe der Anaercontischcn Gedichte, versah sie mit Anmerkungen,und übersetzte sie in das Französische. In dem Collegium zu Har-eourt studirtc er Philosophie, und sodann Theologie. Bereits inseinem 20tcn Jahre wurde er Licenciat dieser Disciplin. ImJahre 1654 empfing er den Doktorhut. Allein der jungeNancv schien sich nur deswegen auf das Studium der Theo-logie gelegt zu haben, um die reichen Pfründen nicht auszu-