Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
157
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anfangs nicht den Plan zur Gründung einer neuen Anstalt gehabt zuhaben. Denn obwohl seit dem 1.1254 eine ziemlich beträchtliche AnzahlSchüler zu ihm strömte, um ihm auf dem schmalen Pfade der Voll-kommenheit zu folgen, so war er doch bisher nie darauf bedachtgewesen, dieser werdenden Vereinigung durch Unterwerfung untereine Regel und bestimmte Gebräuche einen festen Bestand zu geben,sondern hatte sich damit begnügt, daß er ihr fortwährend seinenaußerordentlich strengen Lebenswandel zum Vorbilde darbot.

Bei der Bestätigung der von ihm nun gestifteten Genossen-schaft im Jahre 1264 gab ihr Urban IV. die Regel des heiligenBcnediktus, ohne Zweifel deßwcgen, daß man sie nicht als einenneuen Orden betrachte. Schon seit langer Zeit hielten es nämlichdie Päpste für unklug, die Mönchsorden zu sehr zu vervielfältigen,und waren auf jedes Mittel bedacht, das, was sich ehedem getheilthatte, wieder zu vereinigen. So waren die Eremiten des hei-ligen Damian oder von Murono in der That nur eine Verbes-serung des heiligen Benediktus. Papst Gregor X. befreite diesenVerein im Jahre 1274 bon der Gerichtsbarkeit der Bischöfe, sowie auch von allen Zehnten, machte ihn aller Vorrechte der Augu-stiner Einsiedler thcilhaftig, erhob das auf dem Berge Majella er-richtete Kloster zur Abtei und den Abt desselben zum Generalabt,d. h. zum Oberhauptc des ganzen Ordens.

Peter selbst verschmähte diese Würde, und zog sich wieder indie Einöde zurück. Sein Nachfolger Francesco d'Adria setzteauf dem im Jahre 1287 gehaltenen Generalkapitel durch, daß nichtmehr das Kloster Majella, sondern die Abtei zum heiligen Geisteauf vem Berg Murono (gewöhnlich Abtei Sulmona genannt) zumHaupte des Ordens erklärt, und deren Abt Onuphrio di Comozum General erwählt wurde, der sofort seine Statuten verfaßte.

Gleichwohl hätten wir, wie bei jenen Kongregationen, die sichso außerordentlich vervielfältigten, aber deren Geschichte nichtsAußerordentliches darbietet, diese Anstalt kaum oberflächlich berührt,wäre nicht im Jahre 1294 der heilige Peter durch einen bewunde-rungswürdigen Rathschluß der Vorsehung auf den päpstlichen Stuhlgerufen worden, auf dem er unter dem Namen Cölestin V. saß.Man könnte sagen, er habe seine Erhebung nur als ein Mittel