zu den Lebzeiten des heiligen Norbert mehr denn 2000 Wittwenoder Mädchen die Wohlthaten seiner Anstalt genossen, so möchtees nicht weniger gewiß sein, daß eS vor der durch Luther erregtenKirchenspaltung noch 500 Frauenklöstcr gab. Das Gesetz des Still-schweigens, das den Nonnen auferlegt war, erlaubte ihnen nicht,im Chor oder in der Kirche zu singen; aber allein beteten sie denPsalter oder dgs Officium der heiligsten Jungfrau, und cs warihnen streng verboten, mit Jemanden zu sprechen: Da die Ber-
einigung von Manns- und Fraucnklöstern der gesetzlichen Ordnungsehr schaden konnte, so beugte man bald diesem Uebelstand durchden Beschluß vor, künftig keine Nonnen mehr neben den Manns-klöstern aufnehmen zu wollen, und die bereits daselbst vorhandenenanderswohin zu versetzen. Allein da die Unterhaltung der versetztenNonnen den Mannsklöstern, aus denen sie gekommen waren, zurLast fiel, und da viele Aebte, um ihre Einkünfte zu behalten, sichweigerten, Nonnen zu versorgen, so verminderte dieser Umstandhauptsächlich die Zahl der Frauenklöster, und schon ums Jahr 1700gab es in Frankreich keines mehr.
Zwölftes Kapitel.
Cölestiner. — Feuillanten. — Trappisten.
Die chronologische Ordnung, der gemäß wir reihenwese dieKlostcranstaltcn, welche sich nach und nach erhoben, und meistZweige des großen Baumes der Benediktiner gewesen warm, er-wähnten, diese Ordnung führt uns in die Epoche, in der sich durchdie Gründung einer neuen Regel die Reihe der Bettclmönhe er-öffnet, welche den Benediktinern und deren Verzweigungen didurcheinen so bedeutenden Nachthcil brachten, daß sie die Achtung undden Einfluß, in deren verjährtem Besitz bisher die Benedktinerwaren, für sich gewannen, und ihre Nebenbuhler im Lache derJahre und beim glücklichen Zusammentreffen der Umstände allnähligin den Hintergrund stellten. Doch! da wir auf dem Punkte sind, vonden Benediktinern Abschied zu nehmen, wollen wir nicht zaidern,zuvor noch einige spätere Versuche nahmhaft zu machen, pelche