Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
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LamaNwli.

Der heilige Nomualdus (9521027) zu Ravenna aus derherzoglichen Familie der Honesti geboren, zog sich nach einer sehrzerstreuten Jugend in das Kloster Monte Cassino zurück, um daein Verbrechen seines VaterS ausznsühncn. ' Verfolgt von denMönchen, seinen Brüdern, welche die Strenge seines Wandelsnicht nachahmen konnten, sah man ihn, von einem heiligen Feuer-eifer begeistert, bald die Wüste suchen, bald an dem gemeinschaft-lichen Leben eines Klosters wieder Theil nehmen. Ans Ungarnznrückgckehrt, wo er das Evangelium hatte verkündigen wollen, einWunsch, dessen Ausführung ihm die Vorsehung nicht gestattete, ließer sich in Camaldoli (Campus Maldoli), im Toscancr Gebiete,in einem Apenninen-Thal gelegen, nieder. Wahrscheinlich erhieltdieses Thal seinen Namen von einem Herrn Namens Maldolns,der es dem Nomualdus schenkte; denn die Benennung 6nmjn,8 umubilis,wie es der Papst in der Errichtnngsbnlle heißt, scheint nur einschmeichelndes Beiwort zu seyn. Die Strenge des Einsiedlerlebens,welches Romnaldus an diesem Orte führte, zog mehrere Eremitenin seine Nachbarschaft, welchen er Zellen baute, und vielleichtführte ihn gerade der zufällige Zusammenfluß dieser Schüler, welchegekommen waren, sein Beispiel nachzuahmen, auf den Gedanken,den Mönchstand durch Znrückkehr zur Lebensweise der ersten Ana-choreten zu verbessern. Eine tiefe Einsamkeit, ein frommes Schwei-gen herrschte in den Zellen, in denen die Eremiten neben einanderlebten, ohne sich zu vereinigen. Ihre gewissenhafte Beobachtung desFastens bei Wasser und Brod, ihre gänzliche Enthaltsamkeit vonFleisch und Wein, erinnerte an das Eremitenleben in seiner ursprüng-lichen Strenge; ein langer Bart, ein geschornes Haupt und bloßeFüße ließen lebhaft sogar an seine äußern Formen denken. Ncbri-genö ist nicht zu ermitteln, ob der heilige Stifter seinen Eremiten

» Schwankend zwischen jugendlichen Verwirrungen und bessern Versätzenerreichte Romualdus sein zwanzigstes Jahr. Um diese Zeit gerietst Sergius, seinVater, eines Grundstückes wegen in einen heftigen Wortwechsel mit einemnahen Verwandten und forderte diesen zum Zweikampf heraus, dem bei Strafeder Enterbung Romuald beiwohnen mußte. Sergius erstach seinen Gegner,und Romuald floh in das Kloster Monte Cassino. um diesen Frevel, dessener sich gewissermaßen selbst schuldig gemacht zu haben glaubte, anszusühnen.