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und geistige Wiedergeburt. Von allen Seiten zeigte sich der frommeWetteifer, die Klöster mit Lcbcnsgütcrn zu bereichern, und sie in denAugen der Gläubigen durch Vorrechte aller Art zu schmücken; undwer nicht selbst Mönch werden konnte oder wollte, glaubte dadurchwenigstens sicher eines Theilö der Segnungen thcilhaftig zu werden,welche mit dem Mönchstandc verbunden waren. Durch Händearbeitund einfache Lebensweise konnten die Benediktiner wohl beträchtlicheSummen sammeln und ersparen; allein ihr Reichthum vermehrtesich gerade durch jene allgemeine Wohlthätigkeitsliebe ganz besonders.Von daher schreibt sich aber auch der Verfall der Klosterordnung; dieGeschenke der Laien gewöhnten die Mönche an Pracht undLurus, undman fand in den stolzen, zu ihrem Gebrauche erbauten Wohnungennicht mehr die Armuth und daö ärmliche Leben, das man sich an-fangs zur Pflicht gemacht hatte. Man suchte sich für die Abgeschieden-heit von der Welt durch so viele Genüsse zu entschädigen, welche inder Ordensregel gerade nicht ausdrücklich verboten waren, daß welt-liche Gedanken unmerklich sich einschlichen, und man so die Strengedes Klosterlebens aus den Augen verlor; die Erschlaffung und Ver-gessenheit der Sitten besudelte auch die keuschen Mauern derKloster. Man könnte die Frage aufwerfen, wie der außerordent-liche Reichthum gewisser Klöster sich mit dem Gelübde der Armuthreimte, das jeder Mönch bei seiner Aufnahme auösprach? Dochmuß man billigerweise hierin einen Unterschied machen. Der ein-zelne Mönch hatte kein Recht, Etwas, was cs immer auch seinmochte, sein zu nennen, selbst nicht Feder und Papier, das ihmzum Schreiben diente, selbst nicht die Kutte, mit der er bekleidetwar; allein eS war dem Kloster erlaubt, im Interesse christlicherLiebe, ja selbst im staatlichen Interesse des allgemeinen NutzensGüter zu erwerben. Die angegebenen Mißbräuche waren übrigensnicht allgemein; viele Klöster blieben der Regel treu, währendmehrere, irregeleitet durch verführerische Beispiele, leider dem Ver-dcrbniß anheimfielen.
An diese Betrachtung muß man noch eine andere schließen.Alle Klöster ohne Ausnahme wurden anfangs sogleich unter dieAussicht des Bischofs gestellt, in dessen Sprengel sie sich befandenund hatten sich stets seines Schutzes zu erfreuen gehabt. Das Be-