Druckschrift 
1 (1845)
Entstehung
Seite
24
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heiligen Macrina' (379), seiner Schwester, erweckten in ihm das -Glutvcrlangcn, das Beispiel der cisrigsten Asteten Nachnahmen.In einer Wüste des Pontns, wo er sich schonungslos den Hebungender Abtödtnng unterwarf, bildete sich bald um ihn eine Gesellschaftvon Asteten. Gleichwohl hatte ihm seine Geistesthätigkeit mehr er-laubt, die Studien aufzugeben; daher verdankt die Kirche seinerklösterlichen Muße mehrere Schriften, welche vorzüglich über dieVortheile des einsamen und beschaulichen Lebens handeln, unddie selbst in den Augen der Philosophen als eine Sammlung er-habener Gedanken und als ein schlagendes Zcugniß von dem hohenGeiste des BasiliuS erscheinen. Unsere Aufmerksamkeit wird beson-ders durch die doppelte Ordensregel (die großen Regeln, fünf undfünfzig an der Zahl, und die dreihundert und dreizehn kleinen Regeln),welche er im Jahre 361 schrieb, in Anspruch genommen; denndieß war, wie der Erfolg zeigte, ein besonders glücklicher Versuch,seinen Orden einer bestimmten Gesetzgebung zu unterwerfen. Manerzählt, er habe anfangs jene Regeln, die er wahrend seinerReise in einem Lande sammelte, wo die Mönchsorden bereits voll-kommen waren, nicht sogleich schreiben wollen, um sich zu ver-sichern, ob sie vermöge ihrer Anordnung befolgt werden könnten.Hierin gerade zeigte er sich als einen vorsichtigen Gesetzgeber: denner wußte recht wohl, daß nicht Alles, was der Glutcifer und diefromme Selbstverläugnung rathcn können, immer der Art ist, daßes unter ein allgemeines Gesetz ausgenommen werden könnte. DieseRegeln unterschieden sich in mehreren Punkten von jenen Kloster-statutcn, welche nach dem heiligen Basilius benannt wurden, dieihm aber selbst die ältesten Schriftsteller nicht zuschreiben. Sie be-stehen hauptsächlich aus richtig geordneten Sittengesttzen, die alleden Zweck haben, eine gewisse Einheit in die Handlungen der Ein-zelnen und in die äußerliche Ordnung zu bringen; jedoch ist nochVieles der Willkühr überlassen. So wurde, um nur ein Beispielauzuführen, der Eintritt ins Kloster als ein stillschweigendesGelübde betrachtet, man wolle auf die Freuden der Welt, undbesonders auf den Genuß der fleischlichen Lüste verzichten, und sich

> Es ist dies die heilige Macrina, die Jüngere, und muß den seinerGroßmutter gleichen Namens wohl unterschieden werden.