weit von Nazareth liegt und ein hoher Berg ist, aberda ihn die heiligen Geschichtschreiber selbst nicht nennen,so läßt es sich mit Gewißheit nicht bestimmen und wirsehen auch daraus, daß es uns nicht nöthig ist den Namendieses Berges zu wissen, sonst würden sie ihn uns bekanntgemacht haben. Das verdient vielmehr unsere Aufmerk»samkeit, daß Lucas sagt, Zesus sei auf diesen Berg gegan-gen zu bethen. Das that unser Heiland, der keineeigne Wohnung hatte, oft und gerne, daß er auf einenhohen, stillen und einsamen Berg stieg, wenn er sich aufeine mehr als gewöhnliche Weise mit seinem himmlischenVater unterreden und zu ihm durchs Gebeth nahen wollte,weil er daselbst entfernt vom Geräusch der Welt ungestör-ter mit Gott seinem Vater umgehen konnte. Durch diessein Beispiel wollte er uns aber auch zugleich lehren, daßwir, wenn wir zu Gott bethen und durchs Gebeth zuihm nahen wollen, uuser Herz über diese Erde erhebenund sie unter uns zurücklassen müssen. Auf diesen Bergstieg Zesus seinen Vater zu bitten, daß er daselbst seineHerrlichkeit an ihm und durch ihn offenbaren möchte.Denn ein hoher Berg schickte sich nicht allein der Stilleund Einsamkeit wegen gut zum Gebeth, sondern auch sei-ner Erhabenheit wegen zur Verklärung Christi. Als Ze-sus sein tiefes Seelenleiden antrat, ging er an einen nie-drigen Ort, in einen Garten unten am Fuß des Oelbergs,als er aber verklärt werden sollte, stieg er auf einen ho-hen Berg, welches er auch bei seiner Himmelfahrt that,denn der Herr pflegte solche Oerter zu wählen, die denUmständen und Begebenheiten angemessen waren, die vor-gingen, um sie desto auffallender und eindrücklicher zumachen.
n. T h e i l.
Auf diesem hohen Berge, worauf Zesus mit seinendrei Züngern gestiegen war, ward er verkläret vor