V i n g a n g.
^ie Erfahrung lehrt es uns, geliebte Zuhörer, daß un-sere Herzen, wenn sie auch durch Gottes Wort und Geistauf geistliche, ewige und himmlische Gegenstände sind ge-lenket worden, doch nur allzu bald wieder davon abgezogenwerden auf eitle, sinnliche und irdische.
Und da wir doch wissen, daß wir für die Ewigkeitbestimmt sind und hier nur eine kurze Durchreise halten,daß irdische und vergängliche Dinge unfern unsterblichenGeist nicht einmal in diesem Leben sättigen, viel wenigerihm in der Ewigkeit etwas nützen können; da wir beru-fen sind auf das Unsichtbare und Ewige zu sehen, demnachzudenken und nachzujagen: so ist es unsere Pflicht, unsimmer aufs neue wieder lebhaft daran zu erinnern ausGottes Wort, damit unsere Herzen und Begierden immermehr davon eingenommen und darauf hingezogen werden.
Am vergangenen Sonntag haben wir uns aus derherrlichen Verheißung Jesu: Wer überwindet, dem willich geben mit mir auf meinem Stuhl zu sitzen; wie Ichüberwunden habe, und bin gesessen mit meinem Vater aufseinem Stuhl (Apoc. 3 , 21.), ermuntert, den guten Kampfdes Glaubens Jesu nachzukämpfen und allen Fleiß anzü-wenden, daß wir in seiner Kraft überwinden, damit wirseiner himmlischen Herrlichkeit in unferm Maaße theilhaf-tig werden. Die guten Eindrücke, Vorsätze und Entschlies-sungen dazu, die dadurch hoffentlich in Vielen sind gewirktworden, zu nähren und zu beleben, damit sie nicht verschwin-den aus unfern Herzen, sondern immer kräftiger werden;