Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
383
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und Wirkungen verstanden, der nicht nur als ein gewalti-ger Wind am ersten Psingstfeste des neuen Testamentsüber die Jünger Jesu kam, sondern mehrmalen in der hei-ligen Schrift unter dem Bilde des Windes vorgestelltwird. Unter andern Ezech. 2-/., wo die jüdische Kircheals ein Feld voll todter Gebeine vorkommt, unter wel-che der heilige Geist als ein Wind Bewegung und Lebenbringt;—und Ioh. 3., wo unser Heiland, als er mit Ni-codemo von den verborgenen Wirkungen des heiligen Gei-stes redete, spricht: Der Wind bläset wo er will, und duhörest sein Sausen wohl, aber du weißest nicht, von wan-nen er kommt und wohin er fährt. Also ist ein jeglicher,der aus derp Geist geboren ist. Denn der Wind hat inseinen Wirkungen viel Aehnlichkeit mit dem heiligen Geisteund seinen Wirkungen. Der Wind hat große Kraft, erkann Felsen zersprengen, starke Eichenbäume Umstürzen undPalläste zertrümmern. Wie bequem läßt sich dieses aufdie Wirkungen des heiligen Geistes anwenden. Seine Kraftist allmächtig, felsenharte Herzen kann er zermalmen undstolze Sünder wie Würmer in den Staub beugen, daß siewie ein Saulus fragen: Herr, was willst du, daß ichthun soll? Apg. 9 . Der Wind hat auch eine reinigende,kühlende, erquickende und fruchtbar machende Kraft, unddiese Wirkungen äussert auch der heilige Geist in derKirche Gottes und in der Seele des Menschen, wie wirgleich näher hören werden.

In unserm Texte wird der heilige Geist insbesonderemit einem Nord- und Südwind verglichen, wenn esheißt: Stehe auf, Nordwind, komm, Südwind. DerNordwind ist, wie Schrift, Natur und Erfahrung lehren,ein kalter, rauher, scharsschneidender und durchdringenderWind, der Regen, Nebel, Dämpfe und Ungeziefer an Bäu-men und Pflanzen vertreibet, schädliche Feuchtigkeiten auf-trocknet, die Luft reiniget, aufheitert, Heller und gesundermacht. Aehnliche Wirkungen offenbaret der Geist Gottesin seiner Kirche und in den Seelen der Menschen.

Durch seine erleuchtende Kraft vertreibt der Geist dieWolken und Nebel der Unwissenheit, des Unglaubens, derVorurtheile und Jrrthümer, verbreitet Licht und lebendi-