Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
373
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wie oft sie um etwas gedeihen, das sie doch nicht nachihrem Wunsch erlangt haben, wie viele Nöthen und Der»legenheiten sie haben, denen der Herr nicht abhilft, obsie ihn gleich täglich darum bitten; wenn sich das Der»derben in ihnen mächtig reget und sie es nicht unterdrük»ken können, wenn sie von der Sünde und sündlichen Leiden»schaft überwältigt worden sind und ihr Herz sie verdammenwill; wenn die Welt nun auch zuschlägt und spricht: Sie»hest du nun, daß du so fromm nicht bist wie du scheinst,ob du zur Kirche läufst, singest, bethest und weinest, dubist doch nicht besser als Andre, sondern ein Heuchler;wenn auch andere Fromme sie hart und schief beurthei»len: dann werden sie irre an sich selber und ihrem Wege,wissen nicht, was sie von sich denken und halten sollen, be»fürchten, daß sie noch auf bösem Wege seyn möchten.

Was könnten sie in solcher betrübten Ungewißheit, wo»rin sie nicht ruhig seyn können, wohl nöthigeres und bes»seres thun, als daß sie sich zum Herrn wenden und ihnbitten, daß er sie prüfe und sehe, ob sie noch auf bösemWege Heien, in welchen Stücken und in wie weit, daß erihnen mehr Licht über ihren Seelenzustand gebe und ihreeignen Prüfungen nach seinem Wort und den Kennzeichen,die darin angegeben werden, mit der erleuchtenden Gnadeseines Geistes begleite, sie vor allem Selbstbetrug, aber auchvor unnöthiger Aengstlichkeit und ungegründetem Zweifel be»wahre, ihnen gebe und in ihnen wirke, was ihnen nochfehlet, von ihnen wegnchme, was ihm mißfällig und ihnenschädlich ist, sie los mache von Allem, was sie gefangenhält, und vor allen Verirrungen bewahre, ihren Glaubenstärke und ihr Herz fest mache durch Gnade, kurz: daßer sie auf ewigem Wege leite; denn das muß derHauptzweck seyn, warum sie den Herrn um seine Prüfungbitten. So war es auch bei David, wie seine hinzugefügteBitte: Und leite mich auf ewigem Wege, lehret.

Es war ihm von ganzem Herzen darum zu thun, denrechten und ewigen Weg zur Seligkeit in allen Stückenund unter allen Umständen treu und standhaft zu bewan»dein. Darum bat er auch im i43. Pf.: Herr, lehre michthun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott;