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wenn sie die böse und gefährliche Beschaffenheit desselbeneinsehen lernten in Gottes Licht! Mancher Menschen Wegist offenbar böse, weil sie in offenbaren Sünden und gro-ben Lastern, in Fluchen, Lügen, Betrug, Ungerechtigkeit,Trunkenheit, Unzucht und dergleichen leben, und doch könnenund wollen sie es selbst nicht glauben, daß sie auf bösem Wegesind, weil sie ihre Sünden nicht für Sünden halten, allerleiEntschuldigungen dafür bei der Hand haben und sich ein gu-tes Herz zuschreiben. Andre, die äußerlich ehrbar und vorder Welt unsträflich leben, aber dabei ganz irdisch gesinnt,geistlich todt und von Gott entfremdet sind, sich, wennsie singen und bethen, nur mit dem Munde zu Gott nahen,aber mit dem Herzen ferne sind, stehen noch fester in demfalschen Wahn, daß ihr Weg der rechte sei und denkennicht einmal daran, daß sie auf bösem Wege scyn könnten.Und die Meisten von denen, die in ihrem Verstand undGewissen überzeugt sind, daß der Weg, den sie gehen,sie nicht zur Seligkeit führen könne, sehen doch das Böse,Verderbliche und Gefährliche ihres Weges nicht einz sonstwürden sie keinen Augenblick darauf verbleiben, sondernihre Vorsätze und Entschließungen, ihn zu verlassen, unge-säumt ausführen, eilen und ihre Seele retten.. Alle Un-bekehrten haben es daher nöthig, sich mehr Licht von Gottüber die böse Beschaffenheit ihres Weges zu erflehen undmit David zu bethen: Siehe ob ich auf bösem Wege bin.
Aber nicht nur den Unbekehrten ist diese Bitte nöthig,sondern auch den Gläubigen und Frommen, wozu Davidbekanntlich mit gehörte. Wenn sie auch ihres Gnaden-standes gewiß sind und wissen, daß sie ihrem herrschendenSinne, rtach auf dem rechten Wege zur seligen Ewigkeit sichbefinden, so können sie doch in manchen Stücken von demrechten Wege abweichen, ohne es selbst zu wissen, könnensich bei gewissen Unternehmungen, Reden und Handlungenvergehen, ohne es zu bemerken, können sündliche Gewohn-heiten an sich haben, die sie nicht dafür anerkennen odernicht mit gehöriger Sorgfalt zu vermeiden suchen, wo-durch ihr Gnadenstand zwar nicht aufgehoben, aber ihrWachsthum in der Gnade und der Verherrlichung Gottesdurch sie vermindert wird. Sagte doch der verklärte Jesus